Der Sommer ist vorbei, die Bräune verblasst, doch bei vielen Menschen bleiben dunkle Flecken zurück. Was zunächst wie ein harmloses kosmetisches Problem wirkt, beschäftigt Betroffene oft noch Monate später. Hyperpigmentierungen zählen zu den häufigsten Hautveränderungen nach intensiver UV-Belastung und sind ein regelmäßiges Beratungsthema in der Apotheke.
Hyperpigmentierungen entstehen, wenn die Haut vermehrt Melanin produziert. Dieses Pigment dient eigentlich als Schutzmechanismus vor UV-Strahlung. Gerät die Melaninbildung jedoch aus dem Gleichgewicht, lagern sich der Farbstoff ungleichmäßig in der Haut ein, sichtbare Pigmentflecken entstehen. Besonders betroffen sind Hautbereiche, die regelmäßig Sonne ausgesetzt sind. Auch Stellen, die zuvor entzündet oder verletzt waren, können nach UV-Belastung dunkler nachpigmentieren.
Melasma-Risiko durch Schwangerschaft und Hormone
Häufig zeigt sich nach den Sommermonaten ein sogenanntes Melasma. Die charakteristischen bräunliche Verfärbungen treten vor allem im Gesicht auf. Die Pigmentstörung betrifft häufig die Mitte des Gesichts. Die Flecken sind auf den Wangen, der Stirn, den Schläfen, der Oberlippe und auf der Nase anzutreffen. Selten treten Melasmen auch auf den Unterarmen auf.
Sie werden durch die Kombination aus UV-Strahlung und hormonellen Einflüssen begünstigt. Betroffene sind vor allem Frauen, beispielsweise während einer Schwangerschaft oder bei der Anwendung hormoneller Verhütungsmittel.
Entzündung als Auslöser
Nicht jede Hyperpigmentierung entsteht direkt durch die Sonne. Häufig entwickelt sie sich als Folge einer Entzündung. Fachleute sprechen dann von einer postinflammatorischen Hyperpigmentierung. Typische Auslöser sind:
- Akne und Pickel
- Insektenstiche
- Kratzer und kleine Verletzungen
- Ekzeme
- kosmetische Behandlungen wie Peelings oder Laseranwendungen
Wird die betroffene Haut anschließend ungeschützt der Sonne ausgesetzt, verstärkt sich die Pigmenteinlagerung oft deutlich.
Viele Betroffene sprechen von Aknenarben, obwohl es sich häufig um eine Hyperpigmentierung handelt. Dabei entstehen nach einer Entzündung dunkle Hautveränderungen, während die Hautoberfläche glatt bleibt. Im Gegensatz dazu verändern echte Narben die Hautstruktur und zeichnen sich als Vertiefungen oder Erhebungen. Dieser Unterschied ist wichtig, da Pigmentflecken häufig mit aufhellenden Wirkstoffen behandelt werden können, Narben jedoch andere therapeutische Ansätze erfordern.
Vorbeugung beginnt beim Sonnenschutz
Der wirksamste Schutz gegen Hyperpigmentierungen bleibt konsequenter UV-Schutz. Dabei reicht es nicht aus, Sonnencreme nur am Strand zu verwenden. Gerade Gesicht, Hals und Hände sind während des gesamten Sommers UV-Strahlung ausgesetzt. Empfohlen werden breitbandige Sonnenschutzprodukte mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens LSF 30, bei Pigmentstörungen vorzugsweise LSF 50+. Besonders wichtig ist das regelmäßige Nachcremen. Zusätzlichen Schutz bieten Hüte, Kappen und das Meiden intensiver Mittagssonne.
Was hilft, wenn die Flecken bereits da sind?
Sind Pigmentflecken erst einmal entstanden, benötigen Betroffene meist Geduld. Die Aufhellung erfolgt langsam und kann mehrere Monate dauern. Bewährt haben sich Wirkstoffe, die die Melaninbildung regulieren oder die Hauterneuerung fördern. Dazu zählen unter anderem:
- Thiamidol: Hemmt die Melaninbildung direkt an ihrem Ursprung und kann bestehende Pigmentflecken aufhellen.
- Azelainsäure: Wirkt entzündungshemmend und kann eine überschüßige Pigmentbildung reduzieren, weshalb sie besonders bei Akne und nach entzündlichen Hautveränderungen eingesetzt wird.
- Niacinamid: Erschwert den Transport von Melanin in die oberen Hautschichten und kann so für ein gleichmäßigeres Hautbild sorgen.
- Vitamin C: Wirkt antioxidativ und kann die Entstehung neuer Pigmentflecken durch UV-bedingten oxidativen Stress begrenzen.
- Retinoide: Fördern die Zellerneuerung und unterstützen die Haut dabei, überschüssige Pigmente schneller abzubauen.
- Tranexamsäure: Kann die Entstehung von Pigmentstörungen beeinflussen und wird insbesondere bei Melasma zunehmend eingesetzt.
Dabei gilt: Nicht jeder Wirkstoff eignet sich für jede Haut. Empfindliche Haut reagiert beispielsweise auf hochdosierte Säuren oder Retinoide häufig mit Reizungen. Viele Betroffene versuchen, Pigmentflecken möglichst schnell loszuwerden. Zu aggressiven Peelings oder eine Kombination mehrerer Wirkstoffe können jedoch das Gegenteil bewirken. Entsteht erneut eine Entzündung, steigt das Risiko weiterer Hyperpigmentierungen. Deshalb sollte die Hautbarriere während der Behandlung stets mitgedacht werden. Eine gute Basispflege und konsequenter Sonnenschutz bleiben unverzichtbare Bestandteile jeder Aufhellungsstrategie.
