Neue ApoApp-Funktion für Allergiker:innen


Sanja Agatic

Symbolbild: Dr. Markus Berger und Mag. Ulrike Mursch-Edlmayr bei der Präsentation der neuen Pollenfunktion der ApoApp.
Dr. Markus Berger, HNO-Arzt und Leiter des Österreichischen Polleninformationsdienstes und Apothekerkammerpräsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr, päsentieren die neue Kooperation rund um die ApoApp für Allergiker:innen.TARA24

Niesattacken, juckende Augen und Erschöpfung gehören für viele längst zum Alltag. Gleichzeitig bleibt ein Großteil der Allergiker:innen unzureichend versorgt. Eine neue Kooperation zwischen Apothekerkammer und Polleninformationsdienst soll das nun ändern.

Mit dem Start der Gräserpollensaison präsentierten die Österreichische Apothekerkammer und der Österreichische Polleninformationsdienst (ÖPID) eine neue Funktion der ApoApp, die Betroffene künftig mit personalisierten Polleninformationen, Warnmeldungen und Verhaltenstipps unterstützen soll. Ziel sei es, Allergiker:innen früher zu erreichen und den niederschwelligen Zugang zu wissenschaftlich fundierten Informationen zu verbessern.

„Allergien reichen von leichten Befindlichkeiten bis hin zu massiven Symptomen. Besonders Risikopatient:innen sind stark betroffen“, erklärt Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, im Rahmen der Pressekonferenz. Gerade die Apotheke spiele dabei eine wichtige Rolle, da viele Betroffene zunächst dort Rat suchen würden.

Apotheke als erste Anlaufstelle

Nicht jede Patientin und jeder Patient erhält rasch einen Termin beim HNO-Arzt. Viele würden Beschwerden zudem lange unterschätzen oder nicht richtig einordnen. Genau hier soll die neue Kooperation ansetzen. Durch die Verknüpfung der ApoApp mit den Daten des ÖPID können Nutzer:innen persönliche Allergene festlegen und standortbezogene Informationen zur aktuellen Belastung abrufen. Zusätzlich informiert die App per Mitteilung über mittlere oder starke Pollenbelastung und gibt konkrete Tipps für den Alltag.

Gräserpollen gelten besonders belastend

Dr. Markus Berger, HNO-Arzt und Leiter des ÖPID, bezeichnet Gräserpollen als eines der stärksten Allergene überhaupt. Die Gräserblüte dauere von Mai bis August und sei damit die längste Pollenperiode des Jahres. Neben Gräsern zählen laut Berger auch Birkenpollen und Hausstaubmilben zu den häufigsten Auslösern allergischer Beschwerden. Besonders kritisch sieht Berger die aktuelle Versorgungslage: Viele Betroffene seien gar nicht oder nur unzureichend therapiert. Dabei könne eine frühzeitige Behandlung helfen, Beschwerden zu lindern und Folgeerkrankungen wie allergisches Asthma zu vermeiden. Um möglichst präzise Daten liefern zu können, betreibt der ÖPID österreichweit insgesamt 25 Pollenfallen. Zusätzlich verfügt jedes Bundesland über eine eigene Informationszentrale für aktuelle Belastungsdaten.

Mehr Reichweite durch digitale Unterstützungen

Neben der klassischen Polleninformation setzt der ÖPID mittlerweile auch auf digitale Angebote. Auf der Website unterstütz etwa der Chatbot „Pollee“ Nutzer:innen bei Fragen rund um Allergie und aktuelle Belastungen. Die neue ApoApp-Funktion soll die Reichweite wissenschaftlich fundierter Informationen zusätzlich erhöhen und Allergiker:innen im Alltag direkter begleiten. Besonders hervorgehoben wurde bei der Präsentation auch der Datenschutz: Persönliche Daten werden laut den Verantwortlichen ausschließlich lokal auf den Geräten gespeichert und nicht in externe Clouds hochgeladen.

Zusätzlich arbeitet der ÖPID derzeit gemeinsam mit Ungarn an einem EU-Projekt für allergikerfreundliche Bepflanzungskonzepte. Langfristig sollen Städte und öffentliche Flächen dadurch stärker auf die Bedürfnisse von Allergiker:innen abgestimmt werden.

Mit der neuen Kooperation wollen Apothekerkammer und Polleninformationsdienst vor allem eines erreichen: Allergiker:innen früher informieren, ihre Beschwerden ernst nehmen und den Zugang zu Beratung und Unterstützung erleichtern.



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