Rezeptur-Falle: Triamcinolon ist nicht gleich Triamcinolonacetonid


Nadine Tröbitscher

Symbolbild: Eine Apothekenmitarbeiterin steht im Rezepturbereich und verarbeitet mit einem Pistill eine weiße Masse in einer Patene. Im Hintergrund sind Waage, Geräte sowie Standgefäße auf Regalen zu sehen.
Triamcinolonacetonid ist etwa zehnmal wirksamer als Triamcinolon und besitzt eine höhere Lipophilie.Foto:stock.adobe.com/Gerhard Seybert

In der Rezeptur sollten PKA und Apotheker:innen genau hinschauen, denn Triamcinolon ist nicht gleich Triamcinolonacetonid. Letzeres ist etwa zehnmal wirksamer als Triamcinolon.

Triamcinolonacetonid gehört zu den mittelstark wirksamen topischen Glucocorticoiden der Wirkstärkeklasse II. Das weiße kristalline Pulver ist praktisch unlöslich in Wasser. Der rezeptierbare Bereich liegt zwischen pH 2 und 9, wobei das Stabilitätsmaximum bei pH 4 erreicht ist. Ist der Anteil an gelöstem Triamcinolonacetonid hoch, sollte der pH-Wert der Rezeptur zwischen pH 2 von 6 liegen, wobei pH 6 das Maximum darstellt und nicht überschritten werden sollte – gleiches gilt bei einer niedrigen Wirkstoffkonzentration. Der Wirkstoff wird in der Regel in Konzentrationen zwischen 0,025 und 0,1 Prozent in Rezepturen verarbeitet.

Halbfeste Zubereitung

Triamcinolonacetonid kann in verschiedenen Grundlagen verarbeitet werden. Der Wirkstoff ist in Basiscreme, anionischer hydrophiler Creme oder Kühlsalbe über drei Monate stabil. Gleiches gilt für die wasserfreie weiche Zinkpaste.

Für die Herstellung einer hydrophilen Creme kann anstelle der Rezeptursubstanz das hydrophile Rezepturkonzentrat mit Nichtionischer hydrophiler Creme SR DAC verwendet werden. Hierbei handelt es sich um eine 1-prozentige Verreibung.

Ist eine halbfeste Zubereitung mit Triamcinolonacetonid anzufertigen kann Anionische hydrophile Creme DAB als Grundlage verwendet werden. Neben Triamcinolonacetonid werden nach Bedarf auch Mittelkettige Triglyceride verarbeitet. Möglich ist sowohl die Herstellung mit der Hand als auch im automatischen Rührsystem.

Triamcinolonacetonid vs. Triamcinolon

Triamcinolonacetonid ist etwa zehnmal wirksamer als Triamcinolon. Triamcinolonacetonid besitzt eine höhere Lipophilie. Triamcinolon hat aufgrund seiner Hydrophilie ein schlechteres Penetrationsvermögen und sollte nicht in topischen Zubereitungen verarbeitet werden. Der Einsatz in Rezepturen zur Anwendung auf Schleimhäuten ist jedoch möglich.

Kombinationen

Die Rezeptursubstanz kann mit anderen Wirkstoffen verarbeitet werden. Beispielsweise ist die Kombination mit dem antibiotisch wirksamen Erythromycin möglich. Allerdings ist die Haltbarkeit auf vier Wochen begrenzt, vorausgesetzt es wird gemäß NRF-Vorschrift hergestellt. Außerdem sollten wasserfreie Systeme verwendet werden. Auch Harnstoff und Ichtyol sind mögliche Rezepturpartner. Wobei die Kombination aus Triamcinolonacetonid und Ammoniumbituminosulfonat über drei bis sechs Monate stabil ist. Bei der Kombination mit Harnstoff können pH-Korrekturen die Haltbarkeit verlängern. Außerdem kann Triamcinolonacetonid mit Salicylsäure verarbeitet werden.



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