Vitamin C ist nicht gleich Vitamin C


Sanja Agatic

Symbolbild: Eine Pipette mit einem Serum.
Licht, Luft und Wärme können Vitamin C zusetzen, eine stabile Formulierung ist für die Wirksamkeit jedoch entscheidend. Foto:stock.adobe.com/22Imagesstudio

Vitamin C zählt zu den beliebtesten Wirkstoffen in der Hautpflege, ist in seiner wirksamen Form jedoch äußerst empfindlich. Sauerstoff, Licht und Wärme können die Oxidation beschleunigen und damit die Wirksamkeit eines Serums zunehmend verringern. Wie lange Vitamin C stabil bleibt, hängt deshalb nicht allein von der Konzentration, sondern von der Formulierung ab.

Vitamin C gehört zu den am besten untersuchten kosmetischen Wirkstoffen. Es wirkt antioxidativ, unterstützt die Kollagenbildung, kann UV-bedingte Hautschäden reduzieren und Hyperpigmentierungen abschwächten. Gleichzeitig ist kaum ein Wirkstoff so empfinlich gegenüber Sauerstoff, Licht und Wärme. Sobald Vitamin C oxidiert, verliert es nicht nur einen Teil seiner Wirksamkeit, sondern verfärbt sich auch gelblich bis bräunlich. Dann sollte es nicht mehr verwendet werden.

Eine Übersichtsarbeit von Sheila Farris, die bis heute zu den wichtigsten Grundlagenarbeiten zählt, beschreibt Vitamin C als einen der wirksamsten topischen Antioxidantien, aber nur wenn der Wirkstoff stabil formuliert und ausreichend in die Haut transportiert wird.

Nicht jede Vitamin-C-Form ist gleich

Auf der Inhaltsstoffliste steht Vitamin C nicht als einheitlicher Wirkstoff, sondern immer in seiner exakten chemischen Form. Je nach Produkt kommt etwa reine L-Ascorbinsäure oder eines ihrer Derivate zum Einsatz. Diese haben deutliche Unterschiede bei Stabilität, Hautverträglichkeit und Wirksamkeit.

L-Ascorbinsäure ist, die am besten untersuchteste Form und gilt als biologisch aktive Form von Vitamin C. Zahlreiche Studien belegen ihren Einfluss auf die Kollagensynthese, Hyperpigmentierung und lichtbedingte Hautalterung, zugleich zählt L-Ascrobinsäure zu den instabilsten Vitamin-C-Formen. Bereits Luft, Licht oder ein ungeeigneter pH-Wert können den Wirkstoff abbauen. Damit L-Ascorbinsäure in die Haut eindringen kann, benötigen Formulierungen meist einen sauren pH-Wert unter 3,5. Das erhöht die Aufnahme, kann aber die Haut zusätzlich reizen.

Stabiliere Derivate für empfindliche Haut

Um die Stabilitätsprobleme zu lösen, wurden verschiedene Vitamin-C-Derivate entwickelt. Sie müssen zunächst in der Haut in aktive Ascorbinsäure umgewandelt werden. Dadurch setzt die Wirkung meist langsamer ein, gleichzeitig gelten sie häufig als besser verträglich.

Sodium Ascorbyl Phosphate (SAP)

Diese wasserlösliche Form zählt zu den stabilsten Derivaten. Studien deuten darauf hin, dass SAP nicht nur antioxidativ wirkt, sondern auch bei unreiner Haut hilfreich sein kann. Die Studie „Sodium ascorbyl phosphate shows in vitro and in vivo efficacy in the prevention and treatment of acne vulgaris“ zeigte bereits, dass sich entzündliche Akne-Läsionen unter SAP deutlich verbessern können. Vermutet wird unter anderem eine Hemmung von Cutibatercium acnes sowie eine entzündungshemmende Wirkung.

Magnesium Ascorbyl Phosphate (MAP)

MAP gilt ebenfalls als vergleichsweise stabil und deutlich hautfreundlicher. Studien zeigen positive Effekte auf die Hautfeuchtigkeit sowie eine Verbesserung feiner Linien und Hyperpigmentierungen. Da MAP weniger reizend wirkt, eignet sich die Form besonders für trockene oder empfindliche Haut sowie für Einsteiger:innen.

Ascorbyl Glucoside

Hier ist Vitamin C an Glukose gebunden. Dadurch bleibt der Wirkstoff in der Flasche länger stabil und wird erst nach dem Auftragen enzymatisch freigesetzt. Ascorbyl Glucoside wird häufig eingesetzt, wenn Pigmentflecken aufgehellt und gleichzeitig Irritationen vermieden werden sollen. Die Wirkung tritt meist langsamer ein als bei L-Ascorbinsäure.

Tetrahexyldecyl Ascorbate (THDA)

THDA gehört zu den fettlöslichen Vitamin-C-Derivaten. Dadurch kann der Wirkstoff leichter in die lipidreiche Hautbarriere eindringen und zeigt eine hohe Stabilität. Gerade bei reifer oder trockener Haut wird THDA häufig verwendet, weil es antioxidative Eigenschaften mit einer guten Verträglichkeit verbindet. Einige Laborstudien deuten zudem auf positive Effekte bei UV-bedingten Hautschäden hin.

Ab 20 Prozent keine zusätzliche Aufnahme

In sozialen Medien werden häufig Seren mit 20 oder sogar 30 Prozent Vitamin C beworben. Der Eindruck: Je höher die Konzentration, desto besser das Ergebnis. Aber Untersuchungen zeigten, dass die Aufnahme von L-Ascorbinsäure in die Haut ab etwa 20 Prozent kaum weiter zunimmt. Höhere Konzentrationen erhöhen dagegen das Risiko für Rötungen, Hautreizungen und Brennen. Der optimale Bereich für viele Anwender:innen liegt zwischen 10 und 20 Prozent.

Ein hochwertiger Wirkstoff nützt wenig, wenn die Verpackung ihn nicht schützt. Vitamin C reagiert empfindlich auf Sauerstoff und UV-Licht. Transparente Pipettenflaschen sehen zwar hochwertig aus, sind für empfindliche Formulierungen aber nicht ideal. Deutlich besser eignen sich lichtundurchlässige Airless-Spender oder dunkle Glasflaschen mit möglichst wenig Lufteintritt. Darauf sollte bei der Anschaffung eines Produkts geachtet werden.



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