Weiße Flecken nach dem Sonnen?


Sanja Agatic

Symbolbild: Nahaufnahme von einem Rücken mit weißen Flecken.
Helle, unregelmäßtige Hautflecken auf dem Rücken können ein Hinweis auf eine Kleienpilzflechte sein, die im Sommer oft erstmals auffällt.Foto:stock.adobe.com/ภาคภูมิ ปัจจังคะตา

Nach dem Sommerurlaub entdecken viele Menschen plötzlich helle Flecken auf Rücken, Brust und Schultern. Nicht selten entsteht die Sorge, es könnte sich um ein Pigmentstörung handeln. Häufig steckt die Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor) dahinter, eine oberflächliche Pilzinfektion die gerade in den Sommermonaten besonders auffällt.

Verursacht wird die Kleienpilzflechte durch Hefepilze der Gattung Malassezia. Diese gehören zur natürlichen Hautflora und besiedeln bei den meisten Menschen die Haut, ohne Beschwerden zu verursachen. Erst wenn Wärme, Schwitzen, eine erhöhte Talgproduktion oder ein feuchtwarmes Klima günstige Bedingungen schaffen, können sie sich übermäßig vermehren. Die hellen Flecken entstehen dabei nicht durch den Pilz selbst, sondern weil Malassezia Stoffwechselprodukte bildet, die die Melaninbildung in der Haut vorübergehend hemmen (Pityriasis versicolor alba). Während die umliegende Haut in der Sonne braun wird, bleiben die betroffenen Areale deutlich heller. Genau deshalb fällt die Erkrankung häufig erst nach intensiver Sonneneinstrahlung auf. Darauf weisen unter anderem Übersichtsarbeiten von Gupta Ak et. Al. zur Pityriasis versicolor hin.

Typische Anzeichen

Die Flecken treten bevorzugt an talgreichen Hautstellen auf, insbesondere an Rücken, Brust, Schultern, Oberarmem und gelegentlich am Hals. Sie sind meist hell, können aber je nach Hauttyp auch bräunlich oder rötlich erscheinen (Pityriasis versicolor rubra). Eine feine, kleieartige Schuppung ist typisch, Juckreiz dagegen eher selten und meist nur bei starkem Schwitzen ausgeprägt.

Nicht mit Vitiligo verwechseln

Die Kleienpilzflechte wird häufig mit Vitiligo verwechselt, im Unterschied zur Vitiligo sind die Flecken jedoch meist kleiner, unregelmäßiger begrenzt und zeigen eine feine Schuppung. Zudem handelt es sich nicht um eine Autoimmunerkrankung, sondern um eine oberflächliche Pilzinfektion, die gut behandelt werden kann.

Welche Therapie geeignet ist, hängt von der Ausdehnung und Verlauf der Erkrankung ab. In den meisten Fällen reichen lokal angewendete Antimykotika aus, etwa mit Ketoconazol oder Clotrimazol. Bei großflächigem oder wiederkehrendem Befall kann ärztlich auch eine systemische Behandlung mit itraconazol oder Fluconazol erwogen werden.

Ein häufiger Irrtum sorgt jedoch für unnötige Verunsicherungen: Die Pilze lassen sich oft innerhalb weniger Wochen beseitigen, die hellen Flecken verschwinden aber nicht sofort. Die Haut benötigt Zeit, bis sich die normale Pigmentbildung wieder erholt. Es kann mehrere Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich die Hautfarbe vollständig angeglichen hat. Auch darauf weisen Übersichtsarbeiten Superficial fungal infections von Gupta AK et al. sowie Hay RJ et al. zu oberflächlichen Pilzinfektionen hin.

Rückfälle sind keine Seltenheit

Da Malassezia zur natürlichen Hautflora gehört, kann die Erkrankung erneut auftreten, insbesondere in den Sommermonaten oder bei Menschen, die stark schwitzen. Atmungsaktive Kleidung, gründliches Abtrocknen nach dem Duschen oder Schwimmen sowie eine frühzeitige Behandlung erster Veränderungen können helfen, Rückfälle zu reduzieren.



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