Novartis spürt Generika-Druck


Redaktion

Symbolbild: Das Novartis Gebäude von außen. Ein groér Schriftzug ziert das Gebäude. Davor stehen Bäume.
Während wichtige Blockbuster schrittweise ihren Patentschutz verlieren, sehen Expert:innen in neueren Therapien die wichtigsten Wachstumstreiber für Novartis.JHVEPhoto/AdobeStock_455478520

Novartis spürt zunehmend den Druck durch Generika: Im ersten Quartal 2026 gingen Umsatz und Gewinn zurück, belastet durch Nachahmerpräparate in den USA und steigende Investitionen. Während wichtige Blockbuster schrittweise ihren Patentschutz verlieren, setzen Analysten auf neue Therapien als Ausgleich. Trotz der aktuellen Einbußen hält der Konzern an seiner Jahresprognose fest.

Novartis bekommt die Konkurrenz durch billige Nachahmerpräparate in den USA zunehmend zu spüren. Der Schweizer Pharmakonzern musste im ersten Quartal Einbußen bei Umsatz und Gewinn hinnehmen. Der Nettoumsatz sank von Jänner bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum währungsbereinigt um fünf Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar (11,2 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Dienstag in Basel mitteilte. Das operative Kernergebnis schrumpfte um 14 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar.

Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich

An seiner Jahresprognose hält der Vorstand dennoch fest. Er rechnet 2026 weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich, während das operative Kernergebnis im niedrigen einstelligen Prozentbereich zurückgehen dürfte.

Konzern-Chef Vas Narasimhan sprach von einem kraftvollen Start ins Jahr, auch wenn die Einbußen durch Generika in den USA die Ergebnisse wie erwartet belastet hätten. „Angesichts der Dynamik, die wir in allen Geschäftsbereichen beobachten, sind wir weiterhin auf dem besten Weg, unsere Prognose für das Geschäftsjahr zu erfüllen“, sagte der Manager. Der Gewinnrückgang im abgelaufenen Jahresviertel geht nach Angaben von Novartis auch auf höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung zurück. Unter dem Strich sank der Reingewinn um 13 Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Dollar.

Patentschutz am Auslaufen

Analysten erwarten, dass sich der zunehmende Wettbewerb durch Generika bei Entresto (Sacubitril/Valsartan), Tasigna (Nilotinib) und Promacta (Eltrombopag) bereits im ersten Quartal 2026 deutlich in den Umsätzen niederschlägt. Während im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch keine Nachahmerprodukte verfügbar waren, hat sich die Situation inzwischen grundlegend verändert: Mehrere Hersteller haben Generika auf den Markt gebracht, zudem stellen immer mehr Kostenträger ihre Arzneimittellisten auf kostengünstigere Alternativen um.

Auch die Schweizer Großbank UBS (Union Bank of Switzerland), ein international tätiges Finanzinstitut mit Analysefokus,  geht davon aus, dass sich die Umsatzrückgänge im Auftaktquartal 2026 im Vergleich zum Schlussquartal 2025 weiter beschleunigt haben.

Wichtige Wachstumstreiber

In der Europäischen Union bleibt der Patentschutz für Entresto noch bis Ende 2026 bestehen, dennoch richten sich die Erwartungen der Investoren bereits auf die künftigen Auswirkungen des zunehmenden Wettbewerbs. Ein Analyst der Zürcher Kantonalbank rechnet daher mit einer anhaltenden Margenerosion. Neben dem Auslaufen des Patentschutzes bei den margenstarken Produkten seien auch steigende Investitionen notwendig, da gegen Ende des Jahrzehnts weitere wichtige Blockbuster ihren Patentschutz verlieren dürften.

Die Wirtschafts- und Finanzplattform cash.ch geht davon aus, dass auf der Umsatzseite hingegen neuere Therapien wie Kisqali (Ribociclib), Scemblix (Asciminib) und Pluvicto (Lutetium-177 Vipivotid Tetraxetan) dazu beitragen, die erwarteten Einbußen zumindest teilweise zu kompensieren.

APAMED



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