Heuer zeichnet sich eine ungewöhnlich frühe Grippewelle ab. Daher warnt die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien vor eingeschränkten Schnelltest-Möglichkeiten. Denn Influenza-Tests seien Selbstzahlerleistungen, CRP-Tests limitiert. Für eine Eindämmung und unnötige Antibiotikagaben seien hier Veränderungen dringend notwendig.
Bereits mehr als 800 Krankenstände seien im Zusammenhang mit Influenza bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) gemeldet worden. Das seien mehr als 200 Fälle mehr als im Vorjahreszeitraum. „In den Ordinationen der Wiener Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner ist die Erkältungssaison schon deutlich spürbar“, so Dr. Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien.
Rasche Abklärung notwendig
„Für die bestmögliche Therapie müssen wir rasch abklären können, welche Erkrankung tatsächlich vorliegt“, sagt sie weiter, denn Grippe, Covid-19 und andere Atemwegsinfektionen haben teils sehr ähnliche Symptome. Entsprechende Influenza-Tests müssten von den Patientinnen und Patienten privat bezahlt werden.
„Eine rechtzeitige, treffgenaue Therapie kann schwere Verläufe verhindern, was insbesondere für ältere Menschen oder chronisch Kranke überlebenswichtig sein kann,“ so Kamaleyan-Schmied.
Mittels CRP-Tests Antibiotika gezielter einsetzen
Notwendig seien außerdem flächendeckende Tests auf das C-reaktive Protein (CRP), um bakterielle Erkrankungen besser von viralen Infekten zu unterscheiden. Antibiotika könnten so gezielt eingesetzt werden. „Der Einsatz dieser Tests in den Ordinationen ist durch die Krankenkasse stark eingeschränkt“, sagt Kamaleyan-Schmied. „Um Infektionen gezielt behandeln und unnötige Antibiotikagaben vermeiden zu können, brauchen wir einen CRP-Wert. Nur so können wir die Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen eindämmen.“
Deshalb sei es insbesondere während der Infektsaison wichtig, die bestehenden Limitierungen aufzuheben und CRP-Schnelltests in den Ordinationen bedarfsorientiert auf Kassenkosten zu ermöglichen, fordern die Ärzt:innen.
OTS
