Die Pharmaindustrie hat für Österreich einen hohen Stellenwert – das hat auch die Politik erkannt. Nach Versprechungen, den Standort wieder attraktiver für Unternehmen zu machen, müssten nun Taten folgen, fordert Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog.
Zur sicheren Versorgung mit Arzneimitteln zählten dabei sowohl innovative Therapien als auch Generika. „In beiden Bereichen forschen und produzieren derzeit noch Unternehmen in Österreich. Doch angesichts steigender finanzieller Belastungen bei gleichzeitigem Preisdruck durch restriktive Preis- und Erstattungsregelungen ist ihr Verbleib in Österreich immer öfter unklar“, mahnt der Verband.
Es seien dringende strategische Maßnahmen auf politischer Ebene nötig, um gegenzusteuern. Die Branche hat per „Industriestrategie Österreich 2035“ und „Zukunftsstrategie Life Sciences und Pharma-Standort Österreich“ einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert zugeschrieben bekommen. „Die Strategiepapiere gehen in die richtige Richtung und sind eine Grundvoraussetzung für weitergehende, koordinierte Maßnahmen. Allerdings können diese nur nachhaltig wirken, wenn damit Forschung, Produktion und Marktzugang gleichermaßen adressiert werden“, so Herzog.
Neben Förderungen oder Bürokratieabbau für die Branche brauche es aber auch einen insgesamt attraktiven Markt in Österreich. „Unternehmen bewerten einen Standort nach vielerlei Kriterien. Ein wesentliches Merkmal gerade bei pharmazeutischen Unternehmen ist dabei, ob die Produkte, die hier erforscht und produziert werden, am Ende auch auf den Markt und damit in die Versorgung gebracht werden können. Ist das nicht oder nur mit finanziellen Verlusten möglich, fehlt ein ganz zentrales Kriterium für die Attraktivität eines Standortes“, so Herzog weiter.
Viele der aktuell noch in Österreich tätigen Unternehmen seien zunehmend weniger in der Lage, die Standorte zu halten, geschweige denn auszubauen. „Wir sehen Länder, die gezielt Unternehmen ansiedeln möchten und dementsprechend agieren, gerade mit Blick auf die Pharmabranche. Sie gilt zu Recht als Zukunfts- und Wachstumsbranche. Österreich hat zweifellos das Potenzial, im globalen Wettbewerb vorne mitzuspielen. Das kann aber nur mit einer entsprechenden Wertschätzung der Branche und im Speziellen auch ihrer Produkte einhergehen“, so Herzog.
Natürlich wolle kein Unternehmen der Branche Stellen, Budgets oder im Portfolio kürzen, aber das Geschäft müsse sich am Ende wirtschaftlich rechnen. „Seitens der Unternehmen ist jede Bereitschaft vorhanden, ihren Beitrag zur Wertschöpfung und Medikamentenversorgung in Österreich zu leisten. Dafür aber sind die entsprechenden, förderlichen Rahmenbedingungen schlichtweg notwendig“, fasst Herzog zusammen.
