Deo mit oder ohne Aluminium?


Sanja Agatic

Symbolbild: Eine Frau trägt ein Deodorant im Achselbereich auf.
Deodorant und Antitranspirant werden oft verwechselt: Während Deos Körpergeruch reduzieren, hemmen aluminiumhaltige Antitranspirante zusätzlich die Schweißbildung. Foto:stock.adobe.com/WHstudio Leushin N

Aluminium in Deodorants sorgt seit Jahren für Diskussionen. Während viele Menschen gezielt zu aluminiumfreien Produkten greifen, setzen andere weiterhin auf Antitranspirante mit Aluminiumsalzen, oft ohne den Unterschied zu kennen.

Im Alltag werden die Begriffe Deo und Antitranspirant häufig gleichgesetzt. Dabei erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben. Ein klassisches Deodorant soll vor allem unangenehmen Geruch verhindern. Es beeinflusst die Schweißproduktion jedoch nicht. Antitranspirantien hingegen enthalten meist Aluminiumsalze wie Aluminiumchlorohydrat oder Aluminium-Zirkonium-Komplexe, die die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen vorübergehend verengen. Dadurch gelangt weniger Schweiß in die Hautoberfläche.

Gerade bei Menschen mit starkem Schwitzen kann das den Unterschied machen. Wer hingegen nur Körpergerüche reduzieren möchte, benötigt häufig gar kein Antitranspirant.

Warum Aluminium so umstritten ist

Die Diskussion begann vor allem durch die Vermutung, Aluminium aus Kosmetika könne das Risiko für Brustkrebs oder neurodegenerative Erkrankungen erhöhen. Heute gilt diese Annahme nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand als nicht belegt. 

Bewertet wurde das Thema unter anderem vom Wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit (SCCS) der Europäischen Kommission. Die Expertinnen und Experten kamen zu dem Schluss, dass Aluminium aus kosmetischen Produkten bei bestimmungsgemäßer Anwendung nur in sehr geringen Mengen über die Haut aufgenommen wird. Auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geht nach aktuellen Bewertungen davon aus, das gesundheitliche Risiken durch aluminiumhaltige Antitranspirantien bei gesunder Haut unwahrscheinlich sind.

Vorsicht ist dennoch unmittelbar nach der Rasur oder auf verletzter Haut sinnvoll. Hier kann die Aufnahme über die Haut vorübergehend erhöht sein.

Welche Wirkstoffe stecken in aluminiumfreien Deos?

Aluminiumfreie Deodorants setzen auf andere Strategien. Häufig enthalten sie antimikrobielle Wirkstoffe wie Ethylhexylglycerin, dass das Wachstum geruchsbildender Bakterien hemmt. Auch Triethylcitrat wird häufig eingesetzt. Es verhindert, dass Hautbakterien Bestandteile des Schweißes in geruchsaktive Stoffe umwandeln. Gerüche können außerdem durch absorbierende Inhaltsstoffe wie Zinkricinoleat gebunden werden. Ergänzend kommen feuchtigkeitsbindende oder pflegende Substanzen wie Glycerin, Panthenol oder Aloe Vera zum Einsatz. Duftstoffe überdecken zusätzlich vorhandene Gerüche, beeinflussen die Schweißmenge aber nicht.

Für wen eignet sich welches Produkt?

Wer unter starker Schweißbildung oder Hyperhidrose leidet, profitiert meist stärker von einem Antitranspirant mit Aluminiumsalzen. Für Menschen mit normaler Schweißproduktion reicht häufig ein aluminiumfreies Deodorant aus, wenn lediglich Körpergeruch reduziert werden soll. Entscheidend ist deshalb nicht die Frage, ob Aluminium grundsätzlich „gut“ oder „schlecht“ ist. Vielmehr sollte die Produktwahl davon abhängen, welches Problem gelöst werden soll: Weniger Schweiß oder weniger Geruch. Moderne aluminiumfreie Deodorants können Gerüche wirksam kontrollieren, sie ersetzen jedoch die schweißhemmende Wirkung eines Antitranspirants nicht.



Newsletter

Bleiben Sie stets informiert!