Halloween: Augen auf bei der Kontaktlinsenwahl


Viktoria Anderle

Symbolbild: Eine verkleidete Frau hält einen Kürbis und trägt Kontaktlinsen.
Farbige Kontaktlinsen sind mehr als bloße Spaß-Artikel: Unsachgemäße Handhabung und mangelhafte Produktqualität können das Risiko für Infektionen und Augenverletzungen erheblich erhöhen.New Africa/AdobeStock_666582305

Ob Zombie, Dämon oder Graf Dracula: Farbige Kontaktlinsen verleihen so manchem Halloween-Kostüm erst den richtigen Gruselfaktor. Doch Vorsicht beim Kauf! Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) warnt vor illegalen Produkten, die zum Gesundheitsrisiko werden können.

Zu Halloween greifen viele Menschen zu farbigen Kontaktlinsen, um ihrem Kostüm den letzten Schliff zu verleihen. Dabei wird häufig übersehen, dass es sich nicht bloß um ein modisches Accessoire handelt. Denn Kontaktlinsen, auch wenn sie nur zur Veränderung der Augenfarbe dienen, unterliegen den Anforderungen der europäischen Medizinprodukteverordnung (EU) 2017/745.

Kontaktlinsen sind Medizinprodukte

Die AGES macht deshalb auf die Bedeutung der richtigen Produktkennzeichnung aufmerksam. Beim Kauf sollte insbesondere auf die CE-Kennzeichnung geachtet werden. Ebenso müssen Angaben zum Hersteller sowie eine Los- oder Seriennummer vorhanden sein. Fehlen diese Informationen, könnte dies laut AGES auf ein illegal in Verkehr gebrachtes Produkt hindeuten.

Symbolbild: Viele bunte Kontaktlinsen mit verschiedenen Mustern.
Auf den Produkten muss eine CE-Kennzeichnung, eine Los- oder Seriennummer angegeben sein. Produkte mit unklarer Herkunft sollten nicht gekauft werden.Ilia K/AdobeStock_658116982

Auch die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) warnt vor einem leichtfertigen Kauf farbiger Kontaktlinsen im Internet. Bei Produkten unbekannter Herkunft seien die Bedingungen hinsichtlich Herstellung, Lagerung und Pflege häufig nicht nachvollziehbar. Dadurch könne es zu schweren Verletzungen der Hornhaut sowie zu Entzündungen von Bindehaut und Hornhaut kommen.

Hygiene nicht unterschätzen

Ein wesentliches Risiko stellt laut einem Informationsschreiben der ÖOG der unsachgemäße Umgang mit den Kontaktlinsen dar. Gerade Personen, die normalerweise keine Kontaktlinsen tragen, seien häufig nicht mit der richtigen Reinigung und Aufbewahrung vertraut.

Werden die Linsen zudem untereinander getauscht, steige das Infektionsrisiko erheblich. Erste Warnzeichen wie verschwommenes Sehen, Brennen oder starker Juckreiz würden insbesondere bei Feierlichkeiten leicht übersehen.

Sauerstoffversorgung der Hornhaut

Ein weiteres Problem könne die mangelnde Sauerstoffdurchlässigkeit bestimmter Linsenmaterialien sein. Die Hornhaut muss mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden, weshalb bei zugelassenen Kontaktlinsen auf eine entsprechende Durchlässigkeit der Materialien geachtet wird.

Bei farbigen Kontaktlinsen unbekannter Hersteller ist die Materialqualität hingegen oftmals schwer einzuschätzen. Eine unzureichende Sauerstoffversorgung kann zu Rötungen, Schwellungen und Schäden an der Hornhaut führen. Im schlimmsten Fall könnten Keime in das geschädigte Gewebe eindringen und schwere Entzündungen verursachen, die das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen.

Die ÖOG rät daher, bei Beschwerden die Kontaktlinsen sofort zu entfernen und umgehend eine augenärztliche Untersuchung durchführen zu lassen. Auch für den Halloween-Look gilt somit: Beim Kauf sollten Sicherheit, Qualität und die richtige Handhabung im Vordergrund stehen.



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