FCIO fordert Stärkung des heimischen Pharmastandorts


Redaktion

Symbolbild: Ein Sparschwein steht zwischen Medikamenten, Blisterpackungen und Münzen.
„Österreich hat das Know-how, die Unternehmen und die Menschen. Jetzt braucht es den politischen Willen, daraus auch langfristig einen internationalen Wettbewerbsvorteil zu machen“, betont Dr. Ilse Bartenstein, Vorsitzende des Pharmaausschusses im Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO).AdobeStock_753370924/Rmcarvalhobsb

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) sieht die heimische Pharmaindustrie als Schlüsselbranche für Wirtschaft, Innovation und Versorgungssicherheit. Eine neue ECO-Austria-Studie soll diese Forderung untermauern: Demnach löst jeder in der pharmazeutischen Industrie erwirtschaftete Euro insgesamt 1,9 Euro Wertschöpfung in Österreich aus.

Die pharmazeutische Industrie leistet nach Angaben des FCIO einen wesentlichen Beitrag zum Wirtschaftsstandort Österreich. Eine neue Studie von ECO Austria zeige, welchen wirtschaftlichen Effekt die Branche hat: Jeder Euro, den die pharmazeutische Industrie in Österreich erwirtschaftet, löse insgesamt 1,9 Euro Wertschöpfung aus und erzeuge damit nahezu das Doppelte an wirtschaftlicher Leistung. Insgesamt sichere die Branche laut Studie rund 91.000 Arbeitsplätze, erwirtschafte 12,9 Milliarden Euro Wertschöpfung und stehe für rund zehn Prozent der österreichischen Warenexporte.

5,85 Milliarden Euro an Steuern

Nach Einschätzung des FCIO macht die Studie den wirtschaftlichen Stellenwert der pharmazeutischen Industrie für Österreich sichtbar. Forschung, Entwicklung und Produktion wirkten dabei weit über die Branche hinaus und stärkten sowohl den Wirtschaftsstandort als auch die Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig flössen jährlich rund 5,85 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben in die öffentlichen Kassen. Damit trage die Branche wesentlich zur Finanzierung des Sozialstaats und öffentlicher Leistungen bei.

„Österreich hat das Know-how, die Unternehmen und die Menschen. Jetzt braucht es den politischen Willen, daraus auch langfristig einen internationalen Wettbewerbsvorteil zu machen“, betont Dr. Ilse Bartenstein, Vorsitzende des Pharmaausschusses im Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO). „Wir reden in Österreich oft darüber, was Medikamente kosten. Viel zu selten reden wir darüber, was sie unserem Land bringen. Wer die pharmazeutische Industrie stärkt, investiert gleichzeitig in Gesundheit, Wohlstand und technologische Souveränität.“

Nachhaltige Rahmenbedingungen gefordert

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über Arzneimittel fordert der FCIO faire und nachhaltige Rahmenbedingungen für die pharmazeutische Industrie. Leistungsfähige Produktionsstandorte und der Zugang zu innovativen Therapien entstünden aus Sicht des Verbands nicht von selbst. Forschung, Entwicklung und Produktion in Europa müssten wirtschaftlich tragfähig bleiben.

„Versorgungssicherheit und Spitzenmedizin gibt es nicht zum Nulltarif. Damit innovative Arzneimittel auch künftig in Europa entwickelt und produziert werden, braucht es die Bereitschaft, dafür faire Preise zu schaffen. Nur so können wir Produktion, Innovation und eine verlässliche Versorgung langfristig sichern“, so Bartenstein.

Aus Sicht des FCIO sind die Ergebnisse der Studie daher nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern auch ein politischer Handlungsauftrag. Österreich habe das Potenzial, zu den führenden Pharma- und Life-Sciences-Standorten Europas zu zählen. Bereits heute entfielen rund 6,5 Prozent der gesamten unternehmerischen Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf die pharmazeutische Industrie und Biotechnologie. Nun brauche es die richtigen politischen Entscheidungen, um diesen Vorsprung langfristig zu sichern.

Über den FCIO

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) ist die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen Industrie in Österreich. Die rund 230 Mitgliedsunternehmen produzieren unter anderem Pharmazeutika, Kunststoffe und Kunststoffwaren, Fasern, Lacke, Düngemittel sowie organische und anorganische Chemikalien. Mehr als 50.000 Beschäftigte der Branche stellten im Jahr 2024 Waren im Wert von 19,3 Milliarden Euro her.

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