Arzneimittel vor Hitze schützen


Redaktion

Symbolbild: Ein Thermometer.
Hohe Temperaturen und direkte Sonneneinstrahlung können die Qualität und Wirksamkeit von Arzneimitteln beeinträchtigen. Foto:stock.adobe.com/Digihelion

Steigende Temperaturen belasten nicht nur den Kreislauf, sondern auch viele Arzneimittel. Bereits wenige Stunden in einem heißen Auto oder auf einer sonnigen Fensterbank können die Qualität bestimmter Präparate beeinträchtigen. Worauf Patient:innen achten sollten und warum die Lagerung gerade im Sommer oft unterschätzt wird.

Mit den ersten Hitzewellen steigt auch das Risiko, dass Medikamente unter ungeeigneten Bedingungen gelagert werden. Viele Arzneimittel sind auf stabile Umgebungsbedingungen angewiesen. Werden sie über längerer Zeit hohen Temperaturen oder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt, kann dies ihre Qualität und in weiterer Folge auch ihre Wirksamkeit beeinträchtigen.

„Gerade in Zeiten, in denen die Temperaturen auf 30 Grad und höher ansteigen, wird die richtige Lagerung von Arzneimitteln besonders wichtig. Medikamente sind sensible Produkte und reagieren empfindlich auf Wärme und Sonnenlicht“, betont Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG.

Raumtemperatur hat Grenzen

Für viele Arzneimitteln gilt eine Lagerung bei Raumtemperatur. Was harmlos klingt, kann im Sommer jedoch rasch zum Problem werden. Bereits in Wohnräumen werden Temperaturen von über 25 Grad Celsius häufig überschritten. Besonders kritisch sind Orte, an denen sich Hitze staut. Dazu zählen etwa Autos, die in der Sonne geparkt werden, Fensterbänke mit direkter Sonneneinstrahlung oder Badezimmer, in denen neben Wärme auch hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Solche Bedingungen können die Stabilität von Arzneimitteln beeinträchtigen. Geeigneter sind kühle, trockene und lichtgeschützte Aufbewahrungsorte. Dabei gilt: Nicht jedes Medikament muss in den Kühlschrank. Entscheidend sind die Angaben in der Packungsbeilage beziehungsweise die Hinweise des Herstellers.

Packungsbeilage beachten

Ob ein Arzneimittel bei Raumtemperatur, gekühlt oder unter besonderen Bedingungen gelagert werden muss, ist in der jeweiligen Produktinformation festgelegt. Von diesen Vorgaben sollte nicht eigenständig abgewichen werden. „Wer sich an die Lagerungshinweise in der Packungsbeilage hält, sorgt dafür, dass die eigenen Arzneimittel wirksam und sicher bleiben und im Ernstfall verlässlich helfen“, so Herzog.

Gerade bei empfindlichen Arzneiformen wie Insulin, bestimmten Biologika, Augentropfen oder einzelnen flüssigen Zubereitungen kann eine falsche Lagerung erhebliche Auswirkungen haben. Veränderungen sind dabei nicht immer mit bloßem Auge erkennbar. Ein Medikament kann äußerlich unverändert wirken und dennoch an Stabilität eingebüßt haben.

Im Zweifel nachfragen

Unsicherheiten zur richtigen Lagerung sollten nicht auf eigene Faust gelöst werden. Apotheker:innen und Ärzt:innen können Auskunft darüber geben, welche Temperaturen für das jeweilige Präparat zulässig sind und wie Medikamente auf Reisen oder während Hitzeperioden sicher aufbewahrt werden können. „Entscheidend ist, die Lagerungshinweise konsequent einzuhalten und nicht eigenständig davon abzuweichen. Die richtige Lagerung trägt wesentlich dazu bei, dass Arzneimittel auch bei Hitze zuverlässig wirken“, betont Herzog. Gerade in den Sommermonaten kann die Wirksamkeit eines Medikamentes nicht nur von der richtigen Einnahme, sondern auch von der richtigen Aufbewahrung abhängen. Ein Blick auf die Lagerungshinweise lohnt sich daher ebenso wie der Blick auf das Thermometer.

OTS



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