Ob Lösungen oder halbfeste Zubereitungen, Verdünnungen gehören zum Rezepturalltag. Mit einer einfachen Formel lässt sich rasch berechnen, welche Menge einer höher konzentrierten Grundlage benötigt wird. Ein Merksatz hilft dabei, Rechenfehler zu vermeiden.
Beim Verdünnen bleibt die Menge des gelösten Stoffes gleich (Stoffmenge n). Es wird lediglich die Gesamtmenge durch die Zugabe einer wirkstofffreien Grundlage oder eines Lösungsmittels erhöht. Das Verdünnungsgesetz beschreibt diesen Zusammenhang:
c₁ × m₁ = c₂ × m₂
c….Konzentration
m….Masse
Für flüssige Zubereitungen kann statt der Masse auch das Volumen verwendet werden:
c₁ × V₁ = c₂ × V₂
c….Konzentration
V….Volumen
Wird auf ein bestimmtes Endvolumen verdünnt, wird die Ausgangslösung zunächst in ein Messgefäß gegeben und anschließend mit dem Lösungsmittel bis zum gewünschten Volumen aufgefüllt.
Merksatz: „Arzt mal Arzt durch Apotheker“
Für die Berechnung der benötigten Ausgangsmenge (m₁) hilft ein einfacher Merksatz:
m₁ = (Arzt × Arzt) / Apotheker
Das bedeutet: Die von der Ärztin oder dem Arzt verordnete Konzentration (c₂) wird mit der verordneten Gesamtmenge (m₂) multipliziert und anschließend durch die in der Apotheke vorhandene Konzentration (c₁) dividiert. Das Ergebnis ist die benötigte Ausgangsmenge (m₁).
Beispiel 1: Salicylvaseline verdünnen
Verordnet sind 100 Gramm Salicylvaseline 3 Prozent. In der Apotheke steht Salicylvaseline 10 Prozent zur Verfügung.
10 Prozent × m₁ = 3 Prozent × 100 g
m₁ = (3 × 100) / 10 = 30 g
Es werden daher benötigt:
- 30 g Salicylvaseline 10 Prozent
- 70 g Vaseline
So entstehen insgesamt 100 Gramm Salicylvaseline 3 Prozent.
Beispiel 2: Isopropanol verdünnen
Verordnet sind auf dem Rezept 96 g Isopropanol 70 Prozent. In der Apotheke steht Isopropanol 100 Prozent zur Verfügung.
100 Prozent × m₁ = 70 Prozent × 96 g
m₁ = (70 × 96) / 100 = 67,2 g
Benötigt werden daher:
- 67,2 Gramm Isopropanol 100 Prozent
- 28,8 Gramm gereinigtes Wasser
Bei Ethanol ist die Berechnung etwas komplexer. Beim Mischen von Ethanol und Wasser kommt es zu einer Volumenkontraktion. Deshalb wird in der Rezeptur eine Umrechnung auf Massenprozente vorgenommen.
