Apothekenmitarbeiter:innen haben täglich mit ihr zu tun. Manchmal wird sie vergessen, manchmal sorgt sie für Verwunderung: die Versicherungsnummer. Doch wie setzt sich die zehnstellige Nummer eigentlich zusammen? Und warum stimmt das darin enthaltene Geburtsdatum nicht immer mit dem tatsächlichen Geburtstag überein?
Die österreichische Sozialversicherungsnummer (VSNR) dient der eindeutigen Identifikation einer Person im Sozialversicherungssystem. Sie wird zentral vom Dachverband der Sozialversicherungsträger verwaltet und kommt unter anderem bei der Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung zum Einsatz. In der Regel verfügt jede in Österreich geborene Person über eine eigene Versicherungsnummer, die auch auf der e-card aufgedruckt ist.
Wie die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) erklärt, lässt sich die Versicherungsnummer mit einer Kontonummer vergleichen. Sie dient der Zuordnung persönlicher Sozialversicherungsdaten, gibt jedoch für sich genommen keine Auskunft darüber, ob tatsächlich ein aufrechter Versicherungsschutz besteht.
Zehn Ziffern mit System
Die Versicherungsnummer besteht aus insgesamt zehn Ziffern, die in drei Abschnitte unterteilt werden. Dabei erfüllt jeder Teil eine bestimmte Funktion.
- Die ersten drei Ziffern: Sie bilden die sogenannte Laufnummer, die bei der Erstellung automatisch vergeben wird. Die erste Ziffer darf dabei nicht null sein.
- Die vierte Ziffer: Sie dient als Prüfziffer und ermöglicht es, bestimmte Eingabefehler zu erkennen.
- Die letzten sechs Ziffern: Sie entsprechen üblicherweise dem Geburtsdatum in der Reihenfolge Tag, Monat und Jahr (TTMMJJ).
Die Prüfziffer wird mithilfe des sogenannten Modulo-11-Verfahrens berechnet. Dabei werden die einzelnen Ziffern der Laufnummer und des Geburtsdatums mit festgelegten Faktoren multipliziert. Die Ergebnisse werden anschließend addiert und durch elf dividiert. Der verbleibende Rest ergibt die Prüfziffer. Mit diesem Verfahren lassen sich unter anderem Zahlendreher und andere Eingabefehler erkennen.
Ein Beispiel der ÖGK verdeutlicht das Prinzip: Eine Person, die am 28. Juli 1955 geboren wurde, könnte die Versicherungsnummer 7829 280755 erhalten. Die Laufnummer lautet 782, die Prüfziffer ist 9 und die letzten sechs Stellen bilden das Geburtsdatum ab.
Wenn der Geburtsmonat plötzlich 13 lautet
Im Apothekenalltag kann es vorkommen, dass eine Versicherungsnummer auf den ersten Blick ein unmögliches Geburtsdatum enthält. Besonders auffällig sind dabei Monatsangaben wie 13, 14 oder 15. Ein Fehler liegt deshalb jedoch nicht zwangsläufig vor.
Der Hintergrund ist technischer Natur: Für jedes Geburtsdatum steht nur eine begrenzte Anzahl an Versicherungsnummern zur Verfügung. Sind diese ausgeschöpft, wird bei weiteren Vergaben ein sogenanntes fiktives Geburtsdatum verwendet.
Fehlende Angaben oder Babyboomer?
Eine solche Situation kann beispielsweise entstehen, wenn bei einer Person nur das Geburtsjahr bei der Registrierung bekannt ist. In manchen Ländern wurde bei fehlenden genauen Angaben, etwa der genaue Geburtstag und Geburtsmonat, der 1. Jänner (01.01.) oder der 1. Juli (01.07.) als Geburtstag eingetragen. Dadurch häuften sich Versicherungsnummern mit diesen Geburtsdaten, bis die verfügbaren Nummernkombinationen nicht mehr ausreichten.
In solchen Fällen können statt des tatsächlichen Geburtsmonats die Zahlen 13, 14 oder 15 verwendet werden. Eine Versicherungsnummer mit der Zahlenfolge 051347 weist somit nicht auf einen Fehler hin, sondern kann ein fiktives Geburtsdatum darstellen.
Die ÖGK erklärt, dass die Vergabe solcher Versicherungsnummern schon bei geburtenstarken Jahrgängen auch für österreichische Staatsbürger:innen schon notwendig war. So war es etwa für die Geburtstage 01.01.1956 und 01.07.1956 bereits der Fall.
Probleme bei der eindeutigen Zuordnung
Stimmt das Geburtsdatum in der Versicherungsnummer nicht mit den Angaben der Patientin oder des Patienten überein, muss deshalb nicht automatisch eine fehlerhafte Nummer vorliegen. Entscheidend ist, dass die vollständige zehnstellige Versicherungsnummer korrekt übernommen wird.
Auch wenn eine Versicherungsnummer nicht gefunden wird, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass keine vorhanden ist. Laut ÖGK können beispielsweise Namensänderungen nach einer Heirat oder unterschiedliche Schreibweisen dazu führen, dass Personen zunächst nicht eindeutig zugeordnet werden können.
Was bedeutet das für die Apotheke?
Tatsächlich kommt es vergleichsweise selten vor, dass eine Person noch keine österreichische Versicherungsnummer besitzt. Dies kann etwa bei Menschen der Fall sein, die erst kürzlich nach Österreich gezogen sind und hier bislang noch nicht im Sozialversicherungssystem erfasst wurden.
Für Apothekenteams gilt daher: Ungewöhnliche Zahlenkombinationen oder abweichende Geburtsdaten sind nicht automatisch ein Grund zur Korrektur. Im Zweifelsfall sollte die Zuordnung über die zuständige Sozialversicherung geklärt werden.
