Einbruch in der Johann Strauss Apotheke: „Jetzt übernachte ich dort“


Viktoria Anderle

Kaputte Auslage der Apotheke.
Die eingeschlagene Glasfront dürfte einem der Täter zum Verhängnis geworden sein. Er schnitt sich daran und hinterließ Blutspuren am Tatort.

Die Serie an Apothekeneinbrüchen in Wien reißt nicht ab. Am Pfingstmontag wurde auch die Johann Strauss Apotheke von Manuel Wendl Ziel eines Einbruchs. Die Täter schlugen ein großes Loch in die Auslage, erbeuteten letztlich jedoch nur rund 100 Euro Bargeld. „Bitte sucht die Schwachstellen in euren Betrieben, mögen sie auch noch so klein sein, und rüstet sie nach“, appelliert der Apotheker nun an die Kollegenschaft.

Großes Loch in die Auslage geschlagen

Am Pfingstmontag, etwa gegen 4:30 Uhr morgens, erhielt Konzessionär Manuel Wendl eine Nachricht, nachdem seine Alarmanlage angeschlagen hatte, berichtet er gegenüber TARA24. „Ich dachte zuerst an einen Fehlalarm, da wir glänzendes Mobiliar in der Auslage hängen haben“, erzählt der Apotheker. Vor Ort traf er schließlich auf eine Mitarbeiterin, die ebenfalls von der Sicherheitsfirma verständigt worden war, sowie auf die Polizei. Diese war zuvor bereits von einem aufmerksamen Nachbarn alarmiert worden, der gegenüber der Apotheke wohnt. Der Anwohner habe die Situation zudem so gut wie möglich mitgefilmt.

„Leider sieht man auf dem Filmmaterial keine Gesichter, nur dass es sich um zwei Jugendliche handelt“, so Wendl. Laut dem Apotheker dürfte die Kriminalpolizei derzeit bereits an der Ausforschung der Täter arbeiten. Am Tatort sind Blutspuren gefunden worden, nachdem sich einer der Jugendlichen offenbar an der eingeschlagenen Glasfront verletzt hatte.

Die provisorisch gerichtete Auslage der Apotheke. Man sieht die Leuchtbuchstaben "Johann".
Trotz des Einbruchs konnte die Apotheke nach den Aufräumarbeiten und der Sicherung der Auslage den Betrieb fortsetzen.Johann Strauss Apotheke

Doppelverglasung bremste die Täter

Die Täter hätten ein gut einen Meter großes Loch in die Auslage geschlagen. Noch immer sind tiefe Einschlagsspuren eines Schlagstifts sichtbar. Eine Parkbank soll den Zutritt zur höhergelegenen Apotheke erleichtert haben.

„Unsere Doppelverglasung hat die Täter wohl eine Zeit lang beschäftigt, daher konnten sie nicht allzu viel anrichten. Die Täter waren wie auch schon bei anderen Apotheken-Einbrüchen nur auf der Suche nach Bargeld“, berichtet Wendl. Entwendet wurden die beiden Kassaladen. Einer der Täter dürfte sich jedoch an der scharfkantigen Glaswand geschnitten haben und ließ daraufhin eine der Laden auf den Gehsteig fallen. „Die eine Lade lag daraufhin am Boden mit sämtlichen Münzen. Das Diebesgut beträgt letztendlich etwa 100 Euro.“

Er sei vor allem froh, dass in der Apotheke selbst kaum Schaden entstanden sei. „Nicht einmal ein Produkt wurde verrückt, die jungen Täter haben sich wohl nicht allzu viele Gedanken gemacht. Sogar unser Trinkgeldbehälter auf der Tara war noch da.“

„Jetzt übernachte ich in der Apotheke“

Die eingeschlagenen und provisorisch abgedeckte Auslage.

Derzeit sei das Loch provisorisch mit zwei Glasplatten versiegelt. In den kommenden Wochen soll schließlich Panzerglas eingebaut werden. „Ich sitze schon mit dem Pyjama in der Apotheke, weil ich die nächsten Wochen hier verbringen werde, bis der Glaser mit dem Sicherheitsglas kommt“, erzählt Wendl. „Einfach weil es mir ein besseres Gefühl gibt.“

Grundsätzlich habe er sich eigentlich mit der bisherigen Sicherheitsausstattung sicher gefühlt. „Mittlerweile glaube ich gar nichts mehr. Wir haben erst vor kurzem gesprochen, dass wir uns trotz dieser zunehmenden Apothekeneinbrüche eigentlich recht sicher fühlen. Und jetzt hat es uns getroffen. Es kann also immer etwas passieren.“

Appell an andere Apotheken

Die Vorgehensweise sei der Polizei mittlerweile gut bekannt. Laut Wendl handle es sich hier um sehr junge Täter, die strafrechtlich oft nicht belangt werden könnten. Möglich seien lediglich nur Geldstrafen gegen die Eltern wegen einer möglichen Verletzung der Aufsichtspflicht.

Zum Abschluss richtet Wendl noch einen Appell an andere Apotheken: „Bitte sucht die Schwachstellen in euren Betrieben, mögen sie auch noch so klein sein, und rüstet sie nach. Auch ich habe die Situation unterschätzt.“ Der Aufwand, die Nerven und die investierte Zeit würden den tatsächlichen Schaden bei weitem übersteigen. „Ich fürchte, es wird in Zukunft nicht leichter, sondern eher schlimmer werden.“



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