Kopf in den Nacken, kräftig einsprühen und anschließend kräftig hochziehen. Viele Menschen verwenden so ihr Nasenspray. Diese Gewohnheiten können jedoch dazu führen, dass ein Teil des Wirkstoffs in den Rachen fließt, anstatt auf der Nasenschleimhaut zu wirken. Schon kleine Änderungen bei der Anwendung können die Wirksamkeit verbessern und Nebenwirkungen verringern.
Für eine optimale Wirkung eines Nasensprays gibt es einige Dinge zu bedenken: Bevor ein Nasensprays angewendet wird, sollte die Nase möglichst frei sein. Befindet sich viel Sekret in den Nasengängen, erreicht der Wirkstoff die Schleimhaut schlechter. Deshalb empfiehlt es sich, die Nase vor der Anwendung vorsichtig zu schnäuzen. Bei Säuglingen kann zunächst eine isotonische Kochsalzlösung helfen, festsitzendes Sekret zu lösen. Anschließend lässt sich dieses gegebenenfalls mit einem Nasensauger entfernen. Bei einer erstmaligen Anwendung oder wenn das Spray längere Zeit nicht benutzt wurde, sollte die Pumpe außerdem vorbereitet werden. Dazu wird so lange in die Luft gesprüht, bis ein feiner Sprühnebel entsteht.
Die Sprührichtung entscheidet mit
Ein häufiger Fehler ist, den Sprühkopf direkt auf die Nasenscheidenwand zu richten. Dort ist die Schleimhaut besonders empfindlich. Die Folge können Reizungen oder starkes Niesen sein. Die sogenannte Kreuzhand-Technik, erleichtert die richtige Anwendung: Mit der rechten Hand wird in das linke Nasenloch, mit der linken Hand das das rechte Nasenloch besprüht.
Dadurch zeigt der Sprühkopf automatisch von der Nasenscheidewand weg und der Wirkstoff gelangt dorthin, wo er wirken soll. Gleichzeitig bleib der Kopf aufrecht oder leicht nach vorne geneigt. Während des Sprühens genügt ein ruhiges Einatmen durch die Nase. Diese Technik wird unter anderem von HNO-Fachgesellschaften und in Empfehlungen zur Anwendung intranasaler Arzneimittel beschrieben. Wer anschließend kräftig hochzieht, befördert einen Teil des Wirkstoffs in den Rachen, wo er seine Wirkung nicht entfalten kann.
Nicht drücken, sondern tropfen lassen
Bei Säuglingen kommen manchmal spezielle Aufsätze für Nasentropfen anstatt der üblichen Sprays zum Einsatz. Auch hier entscheidet die richtige Technik über die korrekte Dosierung. Die Tropfflasche sollte möglichst senkrecht gehalten werden. Der Tropfen entsteht durch die Schwerkraft und sollte selbstständig aus der Flasch austreten. Wird die Flasche zusammengedrückt oder stark gekippt, kann mehr Arzneistoff austreten als vorgesehen. Bei der Beratung an der Tara solle auf diese Besonderheit des „fließenden Tropfens“ explizit hingewiesen werden, um Überdosierungen zu vermeiden. Nach dem Eintropfen empfiehlt es sich, den Kopf des Kindes noch kurz in Position zu halten, damit sich die Lösung in der Nase verteilen kann.
Wichtig ist auch zu erwähnen, dass Nasensprays aus hygienischen Gründen niemals gemeinsam benutzt werden sollten. Beim Kontakt mit der Nasenschleimhaut können Viren oder Bakterien auf den Sprühkopf gelangen und bei der nächsten Anwendung auf eine andere Person übertragen werden. Deshalb gilt: Jeder in der Familie sollte ein eigenes Nasenspray verwenden. Nach jeder Anwendung empfiehlt es sich außerdem, die Sprühöffnung mit einem sauberen Tuch zu reinigen und die Schutzkappe wieder aufzusetzen.
Abschwellende Nasensprays nur kurzfristig
Abschwellende Wirkstoffe wie Xylometazolin, Oxymetazolin oder Tramazolin verengen die Blutgefäße der Nasenschleimhaut und erleichtern dadurch rasch die Nasenatmung. Werden sie jedoch länger als etwa fünf bis sieben Tage angewendet, kann sich eine Rhinitis medicamentose entwickeln, auch als „Nasenspray-Sucht“ bezeichnet. Dabei erweitert sich die Nasenschleimheut nach Abklingen der Wirkung erneut, häufig sogar stärker als zuvor. Viele Betroffene greifen deshalb immer häufiger zum Spray, wodurch ein Teufelskreis entsteht. Die europäische EPOS-Leitlinie empfiehlt deshalb, abschwellende Nasensprays nur kurzfristig einzusetzen.
Kochsalzspray ist nicht gleich Nasenspray
Nicht jedes Nasenspray wirkt abschwellend. Isotonische Kochsalzlösungen (0,9 Prozent Natriumchlorid) befeuchten die Schleimheut und unterstützen den Abtransport von Schleim, enthalten aber keinen gefäßverengenden Wirkstoff. Hypertone Kochsalzlösungen (beispielsweise 2,7 Prozent Natriumchlorid) können zusätzlich Wasser aus der geschwollenen Schleimhaut ziehen und dadurch die Nasenatmung etwas erleichtern. Sie ersetzen jedoch keine abschwellenden Arzneimittel.
Konservierungsmittel stehen weiter im Fokus
Viele moderne Nasensprays sind heute konservierungsmittelfrei. Hintergrund ist unter anderem die Diskussion um Benzalkoniumchlorid, dass früher häufig als Konservierungsmittel eingesetzt wurde. Bereits Peter Graf, Kolleginnen und Kollegen zeigten 1995 in einer klinischen Studie, dass Benzalkoniumchlorid die Beschwerden einer Rhinitis medicamentose verstärken kann. Spätere Arbeiten diskutieren zudem mögliche Auswirkungen auf die mukoziliäre Clearance und die Nasenschleimhaut. Die Datenlage ist nicht in allen Punkten einheitlich, dennoch setzen viele Hersteller inzwischen auf konservierungsmittelfreie Systeme.
