Sind Duftstoffe in Kinderpflege notwendig?


Sanja Agatic

Symbolbild: Eine Person cremt den Arm eines Kindes ein.
Duftstoffe verleihen Kinderpflegeprodukten einen angenehmen Geruch, sind für die eigentliche Hautpflege jedoch nicht erforderlich. Foto:stock.adobe.com/ 理絵 ジュト

Der typische Babyduft stammt oft nicht vom Kind selbst, sondern von zugesetzten Duftstoffen in Pflegeprodukten. Lotionen, Shampoos oder Feuchttücher riechen angenehm, einen pflegenden Nutzen haben diese Inhaltsstoffe jedoch nicht. Gerade bei empfindlicher Kinderhaut lohnt deshalb ein genauer Blick auf die Verpackung.

Die Haut von Säuglingen und Kleinkindern unterscheidet sich deutlich von der Erwachsener. Die Hautbarriere ist noch nicht vollständig ausgereift, die Hornschicht dünner und der natürliche Schutzfilm weniger stabil. Dadurch reagiert Kinderhaut empfindlicher auf äußere Einflüsse und verliert schneller Feuchtigkeit. Stoffe, die bei Erwachsenen problemlos vertragen werden, können daher bei Kindern leichter Hautreizungen auslösen. Deshalb empfehlen dermatologische Fachgesellschaften insbesondere in den ersten Lebensmonaten eine möglichst einfache Hautpflege mit wenigen Inhaltsstoffen.

Warum Duftstoffe zugesetzt werden

Duftstoffe erfüllen in Kinderpflegeprodukten in erster Linie einen kosmetischen Zweck. Sie sorgen für einen angenehmen Geruch und vermitteln vielen Eltern ein Gefühl von Frische und Sauberkeit. Einen Beitrag zur Reinigung oder Pflege der Haut leisten sie hingegen nicht. Hinter der Bezeichnung „Parfum“ oder „Fragrance“ können sich zahlreiche unterschiedliche Duftstoffe verbergen. Zusätzlich enthalten manche Produkte natürliche Duftquellen wie ätherische Öle. Auch natürliche Inhaltsstoffe können Allergien oder Hautreizungen auslösen.

Die meisten Kinder vertragen parfümierte Pflegeprodukte zwar ohne Beschwerden. Bei empfindlicher Haut, einer gestörten Hautbarriere oder Erkrankungen wie Neurodermitis steigt jedoch das Risiko für Reizungen oder allergische Kontaktdermatitis. Zu den häufigsten deklarationspflichtigen Duftallergenen zählen unter anderem Linalool, Limonene, Citral, Geraniol, Citronellol und Eugenol. Besonders oxidierte Duftstoffe können das Risiko für Kontaktallergien erhöhen. Bei Säuglingen oder Kindern mit trockener und empfindlicher Haut empfehlen Fachgesellschaften, deshalb bevorzugt duftstofffreie Pflegeprodukte.

Was „parfümfrei“ und „unparfümiert“ tatsächlich unterscheidet, haben wir bereits in einem eigenen Beitrag geklärt, ein Unterschied, der beim Kauf von Kinderpflegeprodukten entscheidend sein kann.

Weniger ist bei Kinderpflege oft mehr

Für die tägliche Pflege gesunder Kinderhaut reichen meist milde Reinigungsprodukte und eine einfache, altersgerechte Pflege aus. Je kürzer die Zutatenliste, desto geringer ist in vielen Fällen auch das Risiko, unnötiger Reizstoffe aufzutragen. Duftstoffe machen ein Pflegeprodukt nicht wirksamer. Sie verbessern weder die Hautbarriere noch spenden sie Feuchtigkeit. Ihr Nutzen beschränkt sich auf den Geruch, während empfindliche Haut unter Umständen unnötig belastet werden kann.



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