Sommerhitze kann Medikamente unwirksam machen


Redaktion

Symbolbild: Ein Thermometer zeigt hohe Temperaturen bei strahlendem Sonnenschein.
Hohe Temperaturen können die Wirksamkeit von Arzneimitteln beeinträchtigen. Besonders im Sommer ist die richtige Lagerung von Medikamenten entscheidend. Foto:stock.adobe.com/Jenny Sturm

Tabletten im Handschuhfach, Insulin in der prallen Sonne oder Augentropfen im überhitzten Hotelzimmer. Viele Arzneimittel reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen, während der Transport bis zur Apotheke streng überwacht wird, liegt die richtige Lagerung danach in der Verantwortung der Patientinnen und Patienten. Gerade vor Beginn der Reisesaison warnt PHAGO deshalb vor den oft unterschätzten Folgen von Sommerhitze auf Medikamente.

Österreich steht laut PHAGO vor einem besonders heißen Sommer. Bereits im Mai wurden in mehreren Bundesländern frühe Hitzetage registriert. Hohe Temperaturen sind jedoch nicht nur für Menschen belastend, sondern können auch Arzneimitteln zusetzen. Der Arzneimittel-Vollgroßhandel sorgt dafür, dass Medikamente unter kontrollierten Bedingungen gelagert und transportiert werden. Österreichweit werden mehr als 40.000 medizinische Artikel in streng überwachten Temperaturzonen zwischen minus 70 und plus 25 Grad Celsius aufbewahrt. Monatlich gelangen rund 20 Millionen Arzneimittelpackungen von der Industrie in die Apotheken.

Auch beim Transport kommen speziell ausgestattete Lieferfahrzeuge und Kühlboxen zum Einsatz. Die vorgeschriebenen Temperaturbereiche werden bis zur Apotheke eingehalten. Danach sind jedoch die Patientinnen und Patienten selbst gefragt.

Hitze kann Arzneimittel unbrauchbar machen

Viele Medikamente zeigen äußerlich keine Veränderungen, obwohl ihre Qualität bereits beeinträchtigt wurde. Besonders problematisch ist, dass sich ein Wirkverlust häufig nicht erkennen lässt. Darauf weist auch Mila Pohl, stellvertretende Generalsekretärin von PHAGO, hin: „Hitze sieht man Medikamenten nicht an. Eine Tablette kann völlig normal aussehen und trotzdem ihre Wirkung verloren haben. Wer Arzneimittel richtig lagert, schützt nicht nur ein wertvolles Produkt, sondern vor allem die eigene Gesundheit.“ Vor allem empfindliche Präparate können durch starke Hitze geschädigt werden. Im Extremfall kann die Wirksamkeit deutlich nachlassen oder vollständig verloren gehen.

Kühlpflichtige Arzneimittel besonders gefährdet

Eine besondere Herausforderung stellen Medikamente dar, die dauerhaft gekühlt werden müssen. Laut PHAGO werden jährlich mehr als acht Millionen kühlpflichtige Arzneimittelpackungen bei Temperaturen zwischen 2 und 8 Grad an Apotheken geliefert. Dazu zählen unter anderem:

  • Insuline
  • viele Impfstoffe
  • bestimmte Asthma-Dosieraerosole
  • einige Augentropfen

Bereits kurze Hitzeeinwirkung kann die Qualität dieser Präparate beeinträchtigen. Ebenso problematisch ist allerdings das Gegenteil: Auch Einfrieren kann Arzneimittel schädigen und ihre Wirksamkeit vermindern.

Die wichtigsten Regeln für den Sommer

Gerade während der Urlaubszeit passieren viele Lagerungsfehler. Einige einfache Maßnahmen können helfen, Medikamente vor Schäden zu schützen:

  • Medikamente niemals im Auto lassen: In einem abgestellten Fahrzeug können Temperaturen von mehr als 60 Grad erreicht werden. Arzneimittel verlieren dort unter Umständen unbemerkt ihre Wirkung.
  • Hausapotheke richtig lagern: Die Hausapotheke sollte im kühlsten Raum der Wohnung aufbewahrt werden. Als ideal gelten Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius.
  • Kühlpflichtige Präparate schützen: Für unterwegs eignen sich Isoliertaschen oder kleine Kühlboxen. Arzneimittel sollten dabei jedoch nicht direkt auf Kühlakkus oder Kühlelementen liegen.
  • Medikamente im Flugzeug ins Handgepäck: Im Frachtraum eines Flugzeugs können starke Temperaturschwankungen auftreten. Deshalb sollten Medikamente grundsätzlich im Handgepäck transportiert werden.


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