Wahlplattform „Wir Wiener Apotherker:innen“ stellt sich vor 


Viktoria Anderle

Die Mitglieder der Wahlplattform "Wir Wiener Apothekerinnen" im Gruppenfoto.
Mit 15 Kandidierenden und fünf thematischen Schwerpunkten tritt die Liste „Wir Wiener Apotheker:innen“ bei der Verbandswahl in Wien an.Moritz Schell

Bei der Apothekerverbandswahl tritt in Wien auch die Wahlplattform „Wir Wiener Apotheker:innen“ mit 15 Kandidierenden an. Im Wahlprogramm nennt die Gruppierung fünf Schwerpunkte: Von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen über neue Dienstleistungen bis hin zur Digitalisierung. Im Rahmen des Diskussionsabends mit dem Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker sprach TARA24 mit einigen Kandidierenden über ihre persönlichen Schwerpunkte.

Zu dem Team gehören sowohl bereits standespolitisch aktive Apotheker:innen als auch neue Mitglieder. Mit dabei sind unter anderem Mag. pharm. DDr. Philipp Saiko, Präsident der Apothekerkammer Wien, Mag. pharm. Dr. med. Alexander Hartl, 2. Vizepräsident des Österreichischen Apothekerverbandes, Mag. pharm. Dr. Bernd Schmudermaier als Kandidat für den Wiener Landesgruppenobmann sowie Mag. pharm. Christoph Zeidler, Obmann der Pharmazeutischen Gehaltskasse.

Insgesamt umfasst die Wahlplattform 15 Kandidierende aus Wiener Apotheken. Als fünf übergeordnete Themen nennt sie in ihrem Programm die wirtschaftliche Absicherung der Betriebe, die Weiterentwicklung der Apotheke als Gesundheitsdrehscheibe, weniger Bürokratie und effizientere Strukturen, die Positionierung der Apotheken im Wettbewerb sowie Digitalisierung und technologische Weiterentwicklung.

Nachtdienstturnus anpassen

Saiko sieht einen seiner Schwerpunkte in einer weiteren Anpassung des Wiener Nachtdienstsystems. Für die kommende Funktionsperiode nennt die Gruppierung einen 12er-Turnus als Ziel.

„Es eröffnen jedes Jahr neue Apotheken in Wien, weshalb ein Nachtdienst alle zwölf Tage durchaus denkbar wäre“, erklärt Saiko gegenüber TARA24. 

Für die einzelnen Betriebe würde dies etwa drei Nachtdienste pro Jahr weniger und somit eine weitere finanzielle Entlastung bedeuten, erklärt er. Gleichzeitig möchte er eine höhere Nachttaxe erreichen: Im Wahlprogramm wird eine Rezeptgebühr als Vergütung pro Inanspruchnahme gefordert, wodurch auch gleich eine jährliche Valorisierung sichergestellt wäre.

Betriebsordnung als Voraussetzung für neue Leistungen

Hartl legt seinen Schwerpunkt unter anderem auf die Modernisierung der Apothekenbetriebsordnung (ABO). Gerade im Hinblick auf neue Dienstleistungen wie das Impfen müsse berücksichtigt werden, dass Apotheken sehr unterschiedliche räumliche Voraussetzungen hätten.

„Wenn wir über das Thema Impfen in Apotheken sprechen, brauchen wir eine Anpassung, damit kleine Apotheken auch mitmachen können“, sagt Hartl. Eine Möglichkeit könnten seiner Ansicht nach geeignete Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe zur Apotheke sein. „Impfen wird nur ein Erfolg, wenn alle mitmachen können.“

Auch im Programm der Wahlplattform wird die Weiterentwicklung neuer Dienstleistungen als ein Schwerpunkt genannt. Hartl betont dabei, dass insbesondere kleinere Apotheken mit räumlichen Herausforderungen die Möglichkeit erhalten müssten, solche Angebote umzusetzen.

Digitalisierung soll Bürokratie reduzieren

Einen weiteren Themenblock bildet die Digitalisierung. Mag. Viktor Hafner möchte digitale Anwendungen vor allem dort einsetzen, wo sie Abläufe im Apothekenalltag vereinfachen können. Als Beispiele nennt er administrative Prozesse.

„Digitale Tools für spürbare Entlastung im Alltag und mehr Zeit für Beratung“, fasst Hafner seinen Schwerpunkt zusammen. Auch mehrere weitere Kandidierende nennen Digitalisierung, effizientere Prozesse und neue Technologien als Themen ihrer Kandidatur. 

Ausbildung und Generationen vernetzen

Dr. Silvia Köhler-Barta setzt wiederum bei Aus- und Fortbildung an. Als Aspirantenprüferin und Visitatorin beschäftigt sie sich insbesondere mit der Ausbildung des pharmazeutischen Nachwuchses. 

„Mir persönlich ist die Zukunft der Apothekerschaft wichtig sowie das Vernetzen der Generationen. Auch das Thema Fortbildung betrifft mich als Aspirantenprüferin sehr“, erklärt Köhler-Barta. Ein Anliegen sei ihr auch, Studierende bereits vor dem Aspirantenkurs stärker mit Jungapotheker:innen und dem Berufsstand zu vernetzen.

„Wahrnehmung unseres Berufsstandes“

Mag. Beate Bahr möchte ihre langjährige Erfahrung als selbstständige Apothekerin und in der Standespolitik einbringen. Einen Schwerpunkt sieht sie auch in der Außenwahrnehmung des Berufs.

„Ich möchte mich für unseren Berufsstand einsetzen und auch darauf achten, wie wir in der Bevölkerung wahrgenommen werden“, sagt Bahr.

Weiters treten Mag. Martin Heuberger, Mag. Maximilian Hofbauer, MBA, Mag. Michael Jakesz, Dr. Dominik Kaiser, Mag. Thomas Müller-Uri, Mag. Elisabeth Reisegger, Mag. Samir Shehata und Mag. Christian Wurstbauer für die Liste an. 

Die Apothekerverbandswahl läuft von 10. bis 28. September 2026. 



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