In der Nacht auf Samstag ist in die Ameis Apotheke im 14. Wiener Gemeindebezirk eingebrochen worden. Die Täter schlugen eine Auslagenscheibe ein, liefen gezielt zur Tara und hielten sich laut Überwachungskamera nur eine Minute und zwölf Sekunden in der Apotheke auf. Entwendet wurden 217 Euro, der Sachschaden dürfte deutlich höher ausfallen.
Um 00:14 Uhr erhielt Mag. Andreas Berger, Konzessionär der Ameis Apotheke, die Benachrichtigung der Alarmanlage. „Leider war ich zu diesem Zeitpunkt in Oberösterreich und hätte dreieinhalb Stunden bis zur Apotheke gebraucht“, schildert Berger.
Die Täter verschafften sich mit einem Nothammer der Wiener Linien Zugang. „Sie haben eine Auslagenscheibe eingeschlagen und sind sofort zur Tara gelaufen und haben diese ausgeräumt“, berichtet Berger. Viel Zeit blieb ihnen nicht. Die Alarmanlage ist mit einem Callcenter verbunden. Über einen Lautsprecher wurden die Personen unmittelbar angesprochen und damit offenbar unter Druck gesetzt. Kurz darauf verließen sie die Apotheke wieder. Nach Auswertung der Überwachungskamera dauerte der gesamte Aufenthalt eine Minute und zwölf Sekunden.
217 Euro erbeutet
Die Beute fiel gering aus. Gestohlen wurden 217 Euro, Großteils in kleinen Münzen. Deutlich größer ist der angerichtete Schaden: Eine Auslagenscheibe wurde vollständig zerstört. Zudem rissen die Täter eine Kassenlade so hastig heraus, dass das Holz splitterte.
Noch in der Nacht kam eine Mitarbeiterin in die Apotheke und kümmerte sich gemeinsam mit der Polizei um die weitere Abwicklung. Anschließend wartete sie auf den handwerklichen Notdienst, bis die beschädigte Scheibe versorgt war. Für den Betrieb am nächsten Tag hatte der Einbruch dennoch keine Folgen. „Der Betrieb am Samstag war wieder ohne Einschränkung möglich“, sagt Berger.
Überwachungsvideos bei der Polizei
Die Aufnahmen der Überwachungskameras wurden der Polizei übergeben. Nach Angaben Bergers wurde die Ameis Apotheke noch in derselben Nacht darüber informiert, dass anschließend auch eine Apotheke im 17. Wiener Gemeindebezirk Zeil eines Einbruchs geworden war. Der Fall ist nicht der erste dieser Art: TARA24 hatte bereits über den Einbruch im 17. Bezirk berichtet. Nach den bisherigen Informationen sollen erneut Minderjährige als Täter infrage kommen. Für Berger ist gerade dieser Punkt frustrierend. Vor allem die Situation unmittelbar nach einem Einbruch empfindet er als schwierig.
„Man fühlt sich da sehr alleine gelassen“
„Man fühlt sich da sehr alleine gelassen“, sagt Berger. Er würde sich wünschen, dass für solche Fälle eine zentrale Lösung geschaffen wird. Denkbar wäre aus seiner Sicht etwa eine Vereinbarung mit einem Sicherheitsdienst und einem Glasnotdienst, auf die betroffenen Apotheken unmittelbar zurückgreifen können. So könnte rasch jemand vor Ort sein, die Apotheke sichern und beschädigte Zugänge wieder verschließen.
Auch in der Ameis Apotheke selbst sollen nun Konsequenzen gezogen werden. „Wir werden die Auslagenscheibe und die Schiebetür mit Einbruchschutzfolien nachrüsten, damit die Verbrecher gar nicht er in die Apotheke kommen“, kündigt Berger an.
Der Einbruch war damit zwar nach etwas mehr als einer Minute vorbei, die Folgen beschäftigen das Team noch Tage später. Dank der schnellen Organisation vor Ort konnte die Ameis Apotheke am Samstag dennoch wieder regulär öffnen.
