Länger schlafen im Alter, weniger Depressionen?


Viktoria Anderle

Symbolbild: Eine ältere Dame liegt im Bett und schläft.
Ausreichender Schlaf könnte ein wichtiger Baustein für die psychische Gesundheit im Alter sein.AdobeStock_753770909/BlazingDesigns

Ausreichender Schlaf könnte im Alter nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Gesundheit unterstützen. Eine große chinesische Studie mit mehr als 12.000 Senior:innen zeigt einen Zusammenhang zwischen längerer Schlafdauer und reduzierten depressiven Symptomen. Besonders deutlich fiel der Effekt bis zu einer Schlafdauer von sieben Stunden aus: Jede zusätzliche Stunde war mit einem um rund 30 Prozent geringeren Risiko für depressive Beschwerden assoziiert.

Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter. Bereits frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Schlafstörungen und depressive Beschwerden häufig gemeinsam auftreten. Welche Rolle die tatsächliche Schlafdauer dabei spielt, untersuchte nun ein Forschungsteam anhand von Daten älterer Menschen in China.

Mehr als 12.000 Teilnehmende analysiert

Für die Analyse wurden Daten der Chinese Longitudinal Healthy Longevity Survey (CLHLS) aus dem Jahr 2018 ausgewertet. Insgesamt flossen die Angaben von 12.104 Personen ab 65 Jahren in die Untersuchung ein. Neben der Schlafdauer berücksichtigten die Forschenden auch Faktoren wie Alter, Geschlecht, Lebensstil und bestehende chronische Erkrankungen.

Jede zusätzliche Stunde brachte Vorteile

Die Auswertung zeigte einen klaren Zusammenhang: Personen mit längerer Schlafdauer wiesen seltener depressive Symptome auf als jene mit kürzeren Schlafzeiten. Verglichen mit kürzeren Schlafdauern war das Risiko für depressive Symptome bei einer Schlafdauer von:

• 6 bis 7 Stunden um 40 Prozent geringer
• 7 bis 8 Stunden um 60 Prozent geringer
• 8 bis 9 Stunden um 66 Prozent geringer
• 9 bis 15 Stunden um 68 Prozent geringer

Besonders auffällig war der Effekt in den ersten Stunden: Jede zusätzliche Stunde Schlaf war bis zu einer Gesamtschlafdauer von sieben Stunden mit einer Verringerung des Risikos für depressive Symptome um 31 Prozent verbunden.

Ab sieben Stunden flacht der Effekt ab

Die Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass der Nutzen nicht unbegrenzt zunimmt. Ab einer Schlafdauer von mehr als sieben Stunden blieb zwar weiterhin ein positiver Zusammenhang bestehen, der zusätzliche Effekt fiel jedoch deutlich geringer aus. Jede weitere Stunde war dann nur noch mit einer Reduktion depressiver Symptome um rund 9 Prozent verbunden.

Zusammenhang, aber kein Beweis

Da es sich um eine Querschnittsstudie handelt, lässt sich aus den Ergebnissen nicht ableiten, ob längerer Schlaf Depressionen verhindert oder ob Menschen mit weniger depressiven Symptomen grundsätzlich besser schlafen. Die Daten sprechen jedoch dafür, dass die Schlafdauer ein wichtiger Faktor für die psychische Gesundheit im Alter sein könnte.

Die Studie erschien im Fachjournal Frontiers in Psychiatry unter dem Titel „Association between sleep duration and depressive symptoms among older adults in China: a national cross-sectional study“.

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