Erhöhtes COPD-Risiko bei E-Zigarettenkonsum


Viktoria Anderle

Symbolbild: Eine Hand hält Zigaretten und eine Vape zum Vergleich.
Die höchsten Risikowerte wurden bei ehemaligen Nutzer:innen von E-Zigaretten beobachtet.AdobeStock_432433696/Andrey Popov

E-Zigaretten gelten häufig als weniger schädliche Alternative zur klassischen Tabakzigarette. Eine aktuelle Metaanalyse deutet jedoch darauf hin, dass auch ihr Konsum mit gesundheitlichen Risiken für die Atemwege verbunden sein könnte. Demnach weisen sowohl aktuelle als auch ehemalige Nutzer:innen von E-Zigaretten ein erhöhtes Risiko für eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) auf.

COPD zählt weltweit zu den häufigsten chronischen Lungenerkrankungen und wird vor allem mit dem Rauch von Tabakprodukten in Verbindung gebracht. Welche Rolle E-Zigaretten bei der Entstehung der Erkrankung spielen, ist hingegen noch nicht abschließend geklärt. Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Vapes und E-Zigaretten rückt diese Frage jedoch immer stärker in den Fokus der Forschung.

Daten aus 17 Studien ausgewertet

Ein Forschungsteam aus Indien hat den Zusammenhang zwischen E-Zigarettenkonsum und COPD im Rahmen einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse untersucht. Dafür wurden Beobachtungsstudien aus den Datenbanken PubMed, Embase und Web of Science ausgewertet.

Insgesamt flossen 17 Studien mit 1087 Datensätzen in die Analyse ein. Untersucht wurde, ob aktueller, früherer oder langfristiger Konsum von E-Zigaretten mit dem Auftreten einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung zusammenhängt. Die in die Metaanalyse eingeschlossenen Studien umfassten zwischen rund 8.000 und mehr als 700.000 Teilnehmer:innen.

Erhöhtes Risiko bei aktuellen und ehemaligen Nutzer:innen

Die Auswertung zeigte einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen dem Konsum von E-Zigaretten und dem Vorliegen einer COPD im Vergleich zu Personen, die keine E-Zigaretten verwenden.

Bei Personen, die aktuell E-Zigaretten nutzten, war die Wahrscheinlichkeit für eine COPD um 48 Prozent erhöht (Odds Ratio current user, OR: 1,48). Ehemalige Nutzer wiesen sogar ein um 84 Prozent höheres Risiko auf (OR former users: 1,84). Für Personen mit langfristigem Konsum ergab sich eine Risikoerhöhung von 79 Prozent (OR ever users: 1,79).

Die Autoren überprüften ihre Ergebnisse zusätzlich mittels Sensitivitätsanalysen. Die beobachteten Zusammenhänge blieben dabei bestehen. Die Forschenden betonen allerdings eine wichtige Einschränkung: In den meisten eingeschlossenen Studien lagen keine Informationen zur Dauer des E-Zigarettenkonsums vor.

Keine Entwarnung für E-Zigaretten

Die Studienautoren sehen ihre Ergebnisse als weiteren Hinweis darauf, dass E-Zigaretten nicht als risikofrei betrachtet werden sollten. Zwar lässt sich aus Beobachtungsstudien kein kausaler Zusammenhang ableiten, die Daten sprechen jedoch dafür, dass der Konsum von E-Zigaretten mit nachteiligen Auswirkungen auf die Atemwege verbunden sein könnte. Aus Sicht der Forschenden sollten Maßnahmen der öffentlichen Gesundheit verstärkt über mögliche Lungenschäden durch E-Zigaretten aufklären.

Veröffentlicht wurde die Arbeit unter dem Titel „Association of electronic cigarette use and risk of COPD: a systematic review and meta-analysis“ in der Fachzeitschrift NPJ Primary Care Respiratory Medicine. 

MEDWISS.ONLINE



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