No-Name-Sommencremes von Billigplattformen fallen durch


Redaktion

Symbolbild: Ein Handy mit Apps wie Shein, Temu und AliExpress.
Ein VKI-Test zeigt: Mehrere No-Name-Sonnencremes von Billigplattformen boten deutlich weniger UV-Schutz als angegeben oder enthielten problematische Inhaltsstoffe.Foto:stock.adobe.com/PixieMe

Sonnencreme soll vor UV-Strahlung schützen, doch genau das gelang mehreren Produkten aus Billig-Onlineshops offenbar nicht. Ein aktueller Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) zeigt gravierende Sicherheitsmängel bei No-Name-Sonnencremes von Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress. Neben mangehafltem UV-Schutz fanden die Tester auch verbotene beziehungsweise bedenkliche Inhaltsstoffe.

Gemeinsam mit europäischen Verbraucherorganisationen ließ der VKI No-Name-Sonnencremes aus Billig-Onlineshops untersuchen. Von 14 bestellten Produkten konnten sieben im Labor geprüft werden. Mehrere Produkte wurden verspätet oder gar nicht geliefert. Drei weitere Präparate schieden bereits vor der Laboranalyse aus, weil sie den seit Mai 2026 in der Europäischen Union verbotenen UV-Filter 4-MBC enthielten.

Nur ein Produkt schützt ausreichend

Besonders kritisch fiel der Blick auf die Schutzleistung aus. Vier von sieben getesteten Produkten erfüllten trotz ausgelobter Lichtschutzfaktoren von 50, 50+ oder sogar 90 nicht einmal die Mindestanforderungen, um als Sonnenschutzmittel zu gelten.
„Diese liegen bei einem Lichtschutzfaktor von sechs beziehungsweise einem UVA-Schutzfaktor von zwei. Sie sind somit eigentlich Bodylotions und keine Sonnencremen“, erklärt Birgit Schiller, Kosmetik- und Chemikalienexpertin des VKI.

Lediglich eine Sonnencreme erreichte beim UV-Schutz ein akzeptables Ergebnis. Eine Empfehlung sprach der VKI dennoch nicht aus. Der Grund: Das Produkt enthielt den UV-Filter Octinoxat (OMC). Dieser gilt als potenziell hormonell wirksam und steht zudem im Verdacht Korallenriffe und Meeresökosysteme zu schädigen.

Warum der richtige UV-Schutz wichtig ist

Ein zu geringer Lichtschutzfaktor bedeutet nicht nur ein höheres Risiko für Sonnenbrand. Wiederholte UV-Schäden fördern die Hautalterung und erhöhen langfristig das Risiko für Hautkrebs. Gerade deshalb ist es entscheidend, dass sich Verbraucher:innen auf die Angaben auf der Verpackung verlassen können. Der Test zeigt jedoch, dass dies bei Produkten unbekannter Hersteller nicht selbstverständlich ist. Ein hoher Lichtschutzfaktor auf der Verpackung sagt wenig aus, wenn die Schutzwirkung im Labor nicht bestätigt werden kann.

Gerade bei Sonnenschutz sollte nicht allein der Preis entscheiden. Produkte aus regulären Vertriebswegen unterliegen den europäischen Kosmetikvorschriften und einer deutlich strengeren Qualitätskontrolle als No-Name-Produkte unbekannter Herkunft.

„Finger weg“ von Billigplattformen

Der VKI zieht nach Abschluss der Untersuchungen ein klares Fazit. „Finger weg“, lautet die Empfehlung des Vereins beim Kauf von Sonnencremes unbekannter Hersteller über Billig-Onlineshops. Ein unzureichender UV-Schutz könne Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung und langfristig auch ein erhöhtes Hautkrebsrisiko begünstigen. Verbraucher:innen sollten daher auf geprüfte Sonnenschutzprodukte aus dem regulären Handel zurückgreifen.

APA



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