Herpes-Zoster-Impfstoff bleibt knapp


Redaktion

Symbolbild: Impfausweis mit markiertem Eintrag "Gürtelrose" und einer Spritze.
Bei der Herpes-Zoster-Impfung kommt es weiterhin zu Lieferengpässen. Die Wiener Ärztekammer fordert mehr Planungssicherheit und eine verlässliche Versorgung mit Erst- und Zweitdosen. Foto:Stock.adobe.com/Zerbor

Seit Monaten kommt es bei der Bestellung des Herpes-Zoster-Impfstoffs (Shingrix) zu Engpässen. Obwohl die Impfung mittlerweile Teil des kostenlosen Impfprogramms ist, fehlen nach Angaben der Wiener Ärztekammer weiterhin ausreichende Mengen und vor allem Planungssicherheit. Besonders problematisch sei das für Personen, die bereits die erste Dosis erhalten haben und auf ihre zweite Impfung warten.

„Die Impfung ist eine wichtige Schutzmaßnahme für Personen ab 60 Jahren sowie für medizinische Risikogruppen gegen eine sehr schmerzhafte und langwierige Erkrankung“, sagt Johannes Steinhart, Präsident der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien. Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin der Kammer und Obfrau der Kurie niedergelassene Ärzte, kritisiert die derzeitige Versorgung: „Dich der versprochene Gratis-Impfstoff ist nicht verlässlich verfügbar.“

Kleine Mengen, kaum Planungssicherheit

Nach Angaben der Ärzteschaft tauchen im e-Impfshop immer wieder kleinere Impfstoffmengen auf, teils kurzfristig und ohne vorherige Ankündigung. Kamaleyan-Schmied spricht deshalb von einer „Impfstofflotterie“. Eine transparente Bedarfserhebung und eine nachvollziehbarer Plan für die weitere Versorgung seien derzeit nicht erkennbar.

Das betrifft nicht nur neue Impfungen. Unklar sei auch, wie Personen, die bereits eine erste Dosis erhalten haben, rechtzeitig mit der zweiten versorgt werden sollen. „Nach unserem aktuellen Kenntnisstand gibt es seitens des Ministeriums weder eine transparente Bedarfserhebung noch einen nachvollziehbaren Plan, wie Patientinnen und Patienten, die bereits die erste Dosis erhalten haben, rechtzeitig ihre zweite Dosis bekommen“, sagt Kamaleyan-Schmied.

Die Herpes-Zoster-Impfung besteht aus zwei Dosen, die im Abstand von zwei bis sechs Monaten verabreicht werden. Gerade deshalb sei eine verlässliche Verfügbarkeit wichtig.

30.000 bis 40.000 Fälle jährlich

In Österreich treten nach den vorliegenden Angaben jedes Jahr rund 30.000 bis 40.000 Fälle von Gürtelrose auf. Etwa jede dritte Person erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Typisch ist ein einseitiger, schmerzhafter Hautausschlag mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen. In schweren Fällen können auch Augen, Ohren oder das Gesicht betroffen sein. Eine gefürchtete Folge ist die Post-Zoster-Neuralgie. Dabei bleiben nach dem Abheilen des Hautausschlages starke Nervenschmerzen zurück, die über längere Zeit bestehen und teilweise nicht vollständig verschwinden.

Für die Ärzteschaft ist daher schwer nachvollziehbar, warum die vorhandenen Daten nicht stärker für die Planung genutzt werden. Herpes-Zoster-Impfungen müssen im e-Impfpass dokumentiert werden. „Warum es trotz dieser Datenerfassung im Jahr 2026 nicht möglich ist, den Bedarf zuverlässig zu erkennen und beispielsweise die zweite Dosis automatisch zuzuweisen, ist mir nicht verständlich“, sagt Kamaleyan-Schmied.

Forderung nach verbindlichem Versorgungsplan

Die Ärztekammer fordert nun konkrete Angaben zu den verfügbaren Impfstoffmengen und eine realistische Bedarfserhebung. Ebenso brauche es einen verbindlichen Plan für Erst- und Zweitimpfungen.

„Wir erwarten vom Gesundheitsministerium und den zuständigen Stellen eine transparente Darstellung der verfügbaren Impfstoffmengen, eine realistische Bedarfserhebung und eine verbindlichen Plan für die Versorgung mit Erst- und Zweitimpfungen“, sagt Steinhart. Kamaleyan-Schmied verweist auf die Erfahrung der vergangenen Jahre: „Es sollte aufgrund der Erfahrungen aus den vergangenen Jahren ausreichend klar sein, wie die Versorgung organisiert werden kann.“

OTS



Newsletter

Bleiben Sie stets informiert!