Novartis verkauft Life Science Campus in Kundl


Viktoria Anderle

Grundstück von Novatris.
Durch den Verkauf der Grundstücke möchte Novartis den Fokus künftig stärker auf die Entwicklung und Produktion innovativer Medikamente richten.Novartis Österreich

Novartis Österreich verkauft den Life Science Campus in Kundl (Tirol) an die deutsche Unternehmensgruppe Innexis. Das Unternehmen übernimmt die Grundstücke, Gebäude sowie das Standortmanagement. Forschung und Produktion bleiben jedoch in der Hand von Novartis, das nach eigenen Angaben weiterhin fest am Standort verankert bleibt.

Der Kaufvertrag mit Innexis wurde am 8. Juli unterzeichnet, die Übergabe des Standorts ist mit 1. Jänner 2027 geplant. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der erforderlichen behördlichen Genehmigungen, teilt Novartis in einem Medienstatement mit.

Novartis behält Produktionsanlagen und Laborausstattung

Verkauft werden sämtliche Grundstücke und Gebäude des rund 264.000 Quadratmeter großen Life Science Campus. Novartis behält hingegen das Eigentum an den zentralen Produktionsanlagen sowie der Laborausstattung. Mit der Übernahme übernimmt Innexis auch das Infrastrukturmanagement und die operative Steuerung des Standorts.

„Mit diesem Schritt setzt Novartis seine Strategie fort, den Fokus noch stärker auf die Entwicklung und Produktion innovativer Medikamente zu richten“, erklärt das Unternehmen. Gleichzeitig betont Novartis: „Mit seinen Kernaktivitäten bleibt Novartis fest am Standort Kundl verankert.“

Für den Großteil der rund 850 Beschäftigten in Kundl soll sich durch die Transaktion nichts ändern. Lediglich rund 30 Mitarbeitende aus dem Industriepark-Management sollen voraussichtlich zu Innexis wechseln und dort ihre bisherigen Aufgaben weiterführen. Insgesamt beschäftigt Novartis derzeit rund 3.300 Mitarbeitende in Österreich.

Wirtschaftliches Potenzial soll gesteigert werden

Nach Angaben von Novartis soll die Entscheidung die Weiterentwicklung des Standorts unterstützen. „Diese Entscheidung ermöglicht es, das wirtschaftliche Potenzial des Standorts Kundl und der Region nachhaltig zu steigern und gleichzeitig die Ansiedlung neuer Unternehmen gezielt zu fördern“, heißt es im Medienstatement.

Auch Roland Gander, Geschäftsführer des Campus Kundl/Schaftenau, sieht darin Vorteile für den Standort: „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Übertragung des Managements des Life Science Campus Kundl an einen professionellen Industriepark-Betreiber das wirtschaftliche Potenzial des Standorts besser maximieren und weiterentwickeln kann und die Ansiedlung neuer Firmen erleichtert.“

Innexis übernimmt Standortmanagement

Die deutsche Unternehmensgruppe Innexis mit Sitz in Marburg ist auf den Betrieb von Pharma- und Life-Science-Standorten spezialisiert. Für das Unternehmen markiert die Übernahme einen wichtigen Schritt.

„Die Übernahme eines so prosperierenden und traditionsreichen Pharma & Life Science Parks wie in Kundl ist ein Meilenstein in der Unternehmensentwicklung“, sagt Innexis-CEO Martin Egger. „Wir freuen uns sehr, dass Novartis uns das Vertrauen schenkt, den Standort im Sinne der ansässigen Unternehmen, der Mitarbeitenden und der Region zu betreiben und weiterzuentwickeln.“

Innexis wolle den Unternehmen vor Ort den Rücken freihalten, indem es das Standortmanagement übernimmt und spezialisierte Lösungen in den Bereichen Engineering und Logistik anbietet. „So können sie sich auf ihr Kerngeschäft fokussieren“, erklärt Egger.

Gewerkschaft zeigt sich vorsichtig optimistisch

Die Gewerkschaft GPA reagierte zurückhaltend auf die angekündigte Transaktion. Gegenüber der Tiroler Tageszeitung bezeichnete Tirol-Geschäftsführer Harald Schweighofer den Verkauf als „sehr überraschend“. Gleichzeitig könne der Immobilienverkauf aber auch ein positives Signal sein, um weitere Betriebe am Standort anzusiedeln.

APAMED/ MADIENSTATEMENT NOVARTIS



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