In einem Heim der Wiener Häuser zum Leben haben 20 Bewohner:innen über einen längeren Zeitraum falsche Medikamente erhalten. Wie das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) mitteilte, seien die Teamleiterin des Ambulanzteams und die Direktorin des betroffenen Hauses bereits freigestellt worden. Weitere dienstrechtliche Konsequenzen sollen folgen. Die Häuser zum Leben führen den Vorfall auf „Personalversagen“ zurück.
„Den Betroffenen geht es gesundheitlich gut – alle Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses sowie die Angehörigen der Betroffenen wurden bereits informiert“, hieß es in der Aussendung der Wiener Häuser zum Leben. Bei zwei Betroffenen stehen noch Labortests aus, um gesundheitliche Folgen zur Gänze auszuschließen. 20 von insgesamt 350 Bewohner:innen seien von dem Vorfall betroffen.
„So etwas hätte niemals passieren dürfen“
Konkret wurden Medikamente für eine abweichende Tageszeit – etwa mittags statt abends – oder bereits abgesetzte Medikamente weiter übergeben. In wenigen Fällen wurden verschriebene Medikamente in abweichendem Ausmaß oder nicht verschriebene Medikamente übergeben. Geschäftsführer Christian Hennefeind bedauerte die Pannen. „Die Sicherheit unserer Bewohnerinnen und Bewohner hat oberste Priorität, so etwas hätte niemals passieren dürfen“, sagte der Chef der Häuser zum Leben. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ), Präsident des Fonds Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser „Häuser zum Leben“, erklärte die Vorfälle für „inakzeptabel“. „Die Häuser zum Leben müssen die geplanten Schritte zur Aufklärung schnellstmöglich und in vollem Umfang umsetzen“, sagte er.
Jede einzelne Medikation nun zusätzlich kontrolliert
Demnach wurde nach Feststellung der Vorfälle im Haus Leopoldau eine zusätzliche Kontrollebene eingezogen. „Bis auf weiteres wird jede einzelne Medikation einer zusätzlichen Kontrolle unterzogen. Damit werden unsere Qualitätsabläufe im Medikamentenmanagement im Haus Leopoldau – wie in allen anderen Häusern – wieder eingehalten“, wurde mitgeteilt.
Ob dem Personal auch strafrechtliche Konsequenzen drohen, steht noch nicht fest. Eine dementsprechende APA-Anfrage an die Pressestelle der Häuser zum Leben blieb noch ausständig. Auch die Hintergründe der Vorfälle sind noch unklar. Zur vollen Aufklärung laufe bereits eine umfassende externe Prüfung der Vorfälle samt Gutachten, hieß es. Die zuständige Behörde MA40 sei bereits aktiv.
APA
