Niederschwellige Impfangebote werden angenommen, wenn sie dort stattfinden, wo junge Menschen tatsächlich erreichbar sind. Genau das zeigt die Bilanz der HPV-Impfaktion im ÖGGK (Österreichischen Gesellschaft vom Goldenen Kreuze) Health Mobil: Innerhalb von eineinhalb Jahren ließen sich mehr als 5200 junge Frauen und Männer unter 30 Jahren impfen.
Die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) zählt zu den wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung bestimmter Krebserkrankungen und trotzdem bleibt die Durchimpfrate in Österreich hinter den gesundheitspolitischen Zielen zurück. Um das kostenlose Impfangebot für junge Erwachsene zwischen 21 und 30 Jahren leichter zugänglich zu machen, tourte das Health Mobil in den vergangenen eineinhalb Jahren gemeinsam mit der ÖGGK und zahlreichen Partnern durch Österreich. Die Bilanz fällt nun deutlich aus: An 29 Stationen ließen sich mehr als 5200 junge Menschen gegen HPV impfen.
HPV-Impfung direkt im Alltag der Zielgruppe
Konkret wurden laut Aussendung 2556 Frauen und 2585 Männer immunisiert. Das Konzept setzt dabei bewusst auf Niederschwelligkeit: Geimpft wurde dort, wo die Zielgruppe ohnehin aufhält, etwa an Universitäten, Fachhochschulen, zentralen Plätzen in Städten oder sogar bei Veranstaltungen wie der APOTHEKENTOUR und in Clubs. Eine Anmeldung war meistens nicht erforderlich.
„Verantwortlich für diese starke Resonanz war zweifellos die Niederschwelligkeit“, betont Mag. Erika Sander, Initiatorin und Generalprokuristin der ÖGGK. „Wir waren mit dem Health Mobil bewusst am „Point of Life“ der jungen Menschen präsent. Das heißt, wir haben Universitäten, Fachhochschulen, zentrale Plätze in den Städten und sogar Clubs wie den Volksgarten in Wien oder die Rossauer Kaserne besucht. Und wir haben die Impfung ohne Anmeldung, gewissermaßen im Vorbeigehen möglich gemacht.“
Jede Impfung zählt
Dass ein solcher Ansatz gerade bei der HPV-Impfung Wirkung zeigt, überrascht kaum. HPV zählt zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen überhaupt. Ein Großteil des Menschen infiziert sich im Laufe des Lebens mit dem Virus, meist unbemerkt. Bestimmte HPV-Typen können jedoch Krebserkrankungen auslösen, etwa im Gebärmutterhalt, im Genitalbereich, im Rachen oder am After. In Österreich sterben pro Woche rund drei Frauen an HPV-bedingtem Krebs.
Entsprechend klar fällt auch die Botschaft, der beteiligten Gesundheitseinrichtungen aus: Die HPV-Impfung soll nicht nur leichter verfügbar, sondern als selbstverständlicher Teil der Krebsprävention verstanden werden. „Das zentrale Anliegen der Impfkampagne bestand darin, Krebserkrankungen später im Leben zu verhindern und damit persönliches Leid sowie eine Belastung des Gesundheitssystems zu vermeiden“, so Jochen Haidweger-Todter, Dienststellenleiter des Gesundheitsdienstes der Stadt Wien. Über nahezu alle Gebärmutterhalskrebsfälle ließen sich durch die Impfung abgedeckt HPV-Typen nachweisen. Dennoch seien noch immer zu wenige Menschen gegen HPV geimpft. „Mit erfolgreichen Kampagnen wie „Aktiv gegen HPV“ versuchen wir, diese Lücke zu schließen“, so Haidweger-Todter.
Positive Bilanz aus den Bundesländern
Auch aus Tirol kommt ein positives Fazit. „Die Impfung gegen HPV ist die wirksamste Maßnahme zur Verhinderung bösartiger Neubildungen wie Gebärmutterhalskrebs oder Analkrebs. Das Catch-up-Impfprogramm für 21- bis 30-Jährige ermöglicht jungen Menschen, versäumte Impfungen nachzuholen“, erklärt Dr. Theresa Geley, Gesundheitsdirektorin für Tirol. Mit dem ÖGGK Health Mobil habe eine „sehr niederschwellige und hocheffiziente Impfgelegenheit“ angeboten werden können, die auf große Nachfrage gestoßen sei.
Das die Kampagne nicht nur medizinisch, sondern auch organisatorisch funktioniert hat, hebt wiederum Dr. Barbara Schmid, Amtsärztin in Tirol hervor. Die Kooperation mit der ÖGGK sei „von Wertschätzung und Professionalität geprägt“ gewesen und habe „viel Freude bereitet“. „So macht sinnvolle Präventionsmedizin Spaß“, fügt Schmid hinzu.
Positive Stimmten kommen auch aus Salzburg: Dort sei das Impfangebot im Bereich der Privatmedizinischen Universität Salzburg „gut angenommen“ worden und habe „durch kompetente und professionelle Organisation und Durchführung“ überzeugt, so Mag. Dr. Eva Bencsits, Amtsärztin in der Landessanitätsdirektion Salzburg.
OTS ÖGGK
