Weißer Hautkrebs: Warum Sonnenschutz allein nicht ausreicht


Sanja Agatic

Symbolbild: Einen Nahaufnahme von einer Schulter mit einem Basalzellkarzinom.
Weißer Hautkrebs entsteht meist durch über Jahre angesammelte UV-Schäden und betrifft besonders häufig dauerhaft sonnenexponierte Hautstellen.Foto:stock.adobe.com/2707195204

Sonnencreme, schützende Kleidung und der Schatten gelten als wichtigste Maßnahmen gegen UV-bedingte Hautschäden. Dennoch erkranken jedes Jahr zahlreiche Menschen an weißem Hautkrebs. Entscheidend ist dabei nicht nur die aktuelle Sonnenintensität, sondern auch die über Jahrzehnte angesammelte UV-Belastung der Haut.

UV-Schäden entstehen über Jahre

Weißen Hautkrebs verbinden viele mit ausgedehnten Sonnenbädern. Die Erkrankung entwickelt sich aber meist über viele Jahre. Die Haut besitzt zwar die Fähigkeit, UV-bedingte Schäden zu reparieren, doch mit zunehmendem Alter nimmt diese Regenerationsfähigkeit ab. Wiederholte Sonneneinstrahlung kann dazu führen, dass sich Schäden im Erbgut der Hautzellen ansammeln und schließlich ein Tumor entsteht.

Besonders häufig tritt weißer Hautkrebs im Gesicht, an der Kopfhaut, den Schultern, den Händen oder im Dekolleté auf, also an Körperstellen, die regelmäßig der Sonne ausgesetzt sind. Zu den häufigsten Formen zählen das Basalzellkarzinim und das Plattenepithelkariznom. Früh erkannt und behandelt ist weißer Hautkrebs meist gut therapierbar, dennoch kann er die Haut nachhaltig schädigen und sichtbare Veränderungen hinterlassen.

Frühe Diagnose verbessert die Behandlung

„Weißer Hautkrebs ist die häufigste bösartige Tumorerkrankung in Österreich und tritt vor allem im Gesicht, an Kopfhaut, Schultern, Händen und Dekolleté auf“, sagt Dr. Julia Roka-Palkovits, Fachärztin für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie im Göttlicher Heiland Krankenhaus. Die operative Entfernung gilt als Standardtherapie. Dabei kann das entnommene Gewebe bereits während des Eingriffs untersucht werden. „Wir können während der Operation eine Untersuchung des entnommenen Gewebes vornehmen lassen und dadurch gewährleisten, dass kein bösartiges Restgewebe bleibt. Gerade wenn ästhetisch sensible Bereiche wie Nase oder die Lippen betroffen sind, ist dadurch ein präzises und schonendes Vorgehen möglich“, erklärt Roka-Palkovits.

Früherkennung bleibt dennoch der wichtigste Faktor. Veränderungen der Haut, die nicht abheilen, wachsen oder ihrer From verändern, sollten zeitnah dermatologisch abgeklärt werden. Denn je früher weißer Hautkrebs erkannt wird, desto größer sind in der regel die Chancen auf eine vollständige Entfernung bei möglichst geringer Beeinträchtigung des umliegenden Gewebes.

APA



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