Weniger trinken, mehr Amyloid? Studie untersucht Alzheimer-Marker


Viktoria Anderle

Man sieht einen sitzenden älteren Herren. Er hält eine Hand an seinen Kopf und sein Kopf scheint in Tausend Scherben zu zerspringen.
Forschende konnten einen Zusammenhang zwischen der Trinkmenge und zerebovaskulären Schädigungen zeigen. Wer mehr als fünf Tassen Flüssigkeit pro Tag zu sich nahm zeigte weniger Amyloid-Ablagerungen im Gehirn.master1305/ AdobeStock_269171947

Ausreichend zu trinken könnte nicht nur für den Kreislauf wichtig sein, sondern auch für die Gesundheit des Gehirns. Eine südkoreanische Kohortenstudie deutet darauf hin, dass eine geringere tägliche Flüssigkeitsaufnahme mit Alzheimer-typischen Veränderungen im Gehirn zusammenhängen könnte. Beobachtet wurden unter anderem stärkere Amyloid-β-Ablagerungen sowie Hinweise auf vermehrte zerebrovaskuläre Schäden.

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz und geht mit fortschreitenden Veränderungen im Gehirn einher. Zu den charakteristischen Merkmalen zählen Ablagerungen des Proteins Amyloid-β, die bereits Jahre vor dem Auftreten erster Symptome nachweisbar sein können. Forschende aus Südkorea untersuchten nun, ob die tägliche Trinkmenge einen Einfluss auf diese Veränderungen haben könnte.

Flüssigkeitsaufnahme über zwei Jahre beobachtet

Für die Kohortenstudie wurden 287 kognitiv unauffällige Erwachsene im Alter zwischen 55 und 90 Jahren untersucht. Zu Beginn der Studie sowie nach einer zweijährigen Nachbeobachtungszeit erfolgten umfassende klinische Untersuchungen und bildgebende Verfahren des Gehirns.

Zusätzlich erfassten die Forschenden die tägliche Flüssigkeitsaufnahme der Teilnehmenden. Für die Auswertung wurden die Personen je nach Trinkmenge in zwei Gruppen eingeteilt: weniger als fünf Tassen (rund 1200 ml) pro Tag oder mindestens fünf Tassen täglich.

Mehr Amyloid-β bei geringerer Trinkmenge

Die Auswertung zeigte, dass Personen mit einer geringeren täglichen Flüssigkeitsaufnahme häufiger Alzheimer-assoziierte Veränderungen aufwiesen. So war weniger Trinken mit einem höheren Ausmaß beziehungsweise einem schnelleren Anstieg von Amyloid-β-Ablagerungen im Gehirn verbunden.

Der Zusammenhang zeigte sich besonders deutlich bei Personen, die kein Apolipoprotein-E4-(ApoE4)-Risikoallel trugen. Das ApoE4-Gen gilt als einer der wichtigsten genetischen Risikofaktoren für die Entwicklung einer Alzheimer-Erkrankung.

Auch zerebrovaskuläre Schäden häufiger

Neben den Amyloid-β-Ablagerungen fanden die Forschenden auch einen Zusammenhang zwischen einer geringeren Trinkmenge und zerebrovaskulären Schädigungen. Diese Veränderungen betreffen die Blutgefäße des Gehirns und werden ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für kognitive Beeinträchtigungen in Verbindung gebracht.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr möglicherweise dazu beitragen könnte, Alzheimer-assoziierte Hirnveränderungen zu reduzieren oder deren Fortschreiten zu verlangsamen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr könnte somit möglicherweise eine Rolle für die langfristige Gehirngesundheit spielen. Ob tatsächlich ein ursächlicher Zusammenhang besteht, lässt sich aus der vorliegenden Beobachtungsstudie jedoch nicht ableiten.

Die Studie wurde unter dem Titel „Daily fluid intake and brain amyloid deposition: A cohort study“ im Journal of Alzheimer’s Disease veröffentlicht.

MEDWISS.ONLINE



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