Streicht Takeda bis zu 200 Stellen in Österreich?


Viktoria Anderle

Symbolbild. Ei Gebäude mit dem TAKEDA Schriftzug.
Als Hintergrund für die Änderungen nennt Takeda einen laufenden Führungswechsel sowie ein konzernweites Transformationsprogramm. Die aktuellen Entscheidungen betreffen vor allem Forschungs- und Entwicklungs-Funktionen im Bereich Biologika in Wien. Tada Images/AdobeStock_525761811

Der Pharmakonzern Takeda baut im Zuge eines globalen Transformationsprogramms Arbeitsplätze in Österreich ab. Laut einem Bericht der „Presse“ sollen knapp 200 Stellen betroffen sein, dem Unternehmen zufolge soll die Zahl jedoch geringer ausfallen. Zudem hat die Neuausrichtung Auswirkungen auf ein erst kürzlich fertiggestelltes Forschungs- und Entwicklungslabor in der Wiener Seestadt.

Globales Spar- und Transformationsprogramm

Auf Nachfrage von TARA24 lautet die Stellungnahme des Unternehmens wie folgt: „Bei Takeda findet derzeit ein CEO‑Wechsel sowie eine globale Transformation statt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, das langfristige Wachstumsprofil zu verbessern und weiterhin einen verlässlichen Zugang zu lebenswichtigen Therapien für Patient:innen zu gewährleisten. Im Rahmen dieser Transformation überprüft das Unternehmen seine Prozesse und Organisationsstruktur, um sicherzustellen, dass es für das heutige Umfeld und die Zukunft gut aufgestellt ist. Der Fokus liegt auf der Standardisierung und Vereinfachung von Arbeitsweisen, um Ressourcen effektiver zu priorisieren.“ Neue Vorstandsvorsitzende des japanischen Konzerns ist seit Juni Julie Kim.

„Derzeit keine konkrete Zahl“

Bezüglich der Anzahl der betroffenen Jobs könne man derzeit noch keine Auskunft geben. „Die erwähnten aktuellen Entscheidungen betreffen vor allem Forschungs- und Entwicklungs-Funktionen im Bereich Biologika in Wien. Wir können derzeit keine konkrete Zahl zu betroffenen Rollen nennen, da der Prozess noch läuft, und bitten um Verständnis. Die Zahl ist jedoch geringer als jene, die im Artikel von Die Presse erwähnt wird (200). Takeda wird betroffene Kolleg:innen auf vielfältige Weise unterstützen, einschließlich individueller Beratungsgespräche, Unterstützungsangebote und Hilfe bei der beruflichen Neuorientierung sowie weiterer Maßnahmen im Einklang mit lokalen gesetzlichen Anforderungen und den Werten von Takeda.“

Neues Labor bleibt vorerst ungenutzt

Die Entscheidungen bezüglich des neuen Forschungszentrums wird folgendermaßen begründet: „Im Zuge dieses Prozesses hat Takeda entschieden, bestimmte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Biologika in Österreich einzustellen sowie das R&D‑Labor in der Seestadt in Wien künftig nicht zu nutzen, um den Fokus an veränderte wissenschaftliche, operative und strategische Prioritäten anzupassen. Es ist geplant, das Gebäude künftig unterzuvermieten. Takeda arbeitet derzeit mit Partnern daran, geeignete Mieter zu identifizieren. Ziel ist es, die Räumlichkeiten an eine Organisation zu übergeben, die die vorhandene Laborinfrastruktur sinnvoll nutzen kann und idealerweise weiterhin Innovation im Bereich der Life Sciences vorantreibt.“

Spartenstich im September mit Mitarbeiter:innen von Takeda und Politikerinnen. Sie halten eine Schaufel und stehen im Sand.
Der Spatenstich fand im September 2023 in Anwesenheit hochrangiger Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Forschung statt.Takeda/Gregor Schweinester

Das Forschungs- und Entwicklungslabor in der Seestadt Aspern wurde erst kürzlich fertiggestellt. Für den Standort war 2023 der Spatenstich erfolgt. Das Gebäude wurde erst im Mai dieses Jahres fertiggestellt.

Österreich bleibt wichtiger Standort

Trotz der Einsparungen wird die Bedeutung des Standorts Österreich betont: „Es ist wichtig zu erwähnen, dass Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich plasma-basierter Therapien in Wien fortgeführt werden, dem größten Plasma-Standort von Takeda weltweit. Österreich bleibt mit über 4.000 Mitarbeiter:innen ein zentraler Standort im globalen Netzwerk von Takeda und deckt insbesondere für plasma-basierte Therapien die gesamte pharmazeutische Wertschöpfungskette in einem Land ab.“ 

Abschließend heißt es: „Takeda investiert weiterhin in seine Produktionsstandorte in Wien und Linz, die von dieser Entscheidung nicht betroffen sind, und an denen lebenswichtige Medikamente für Patient:innen mit seltenen und komplexen Erkrankungen hergestellt werden.“



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