Fiebersaft im Kühlschrank? Die häufigsten Fehler im Blick


Sanja Agatic

Symbolbild: Ein Kleinkind bei der Fiebersaftgabe.
Nach dem Öffnen gelten für Fiebersäfte eigene Haltbarkeitsfristen. Ob sie in den Kühlschrank gehören, hängt vom jeweiligen Präparat ab, ein Blick in die Packungsbeilage ist deshalb unverzichtbar.Foto:stock.adobe.com/Anke Thomass

Der Fiebersaft wird nach dem Infekt wieder in den Medikamentenschrank gestellt, Monate später beim nächsten Fieber erneut verwendet. Aber ob ein flüssiges Arzneimittel noch verwendet werden darf, hängt nicht nur vom Verfallsdatum ab, sondern auch davon, wann die Flasche geöffnet und wie sie gelagert wurde.

Kaum ein Arzneimittel sorgt in der Apotheke für viele Fragen wie Fiebersäfte für Kinder. Viele Eltern orientieren sich ausschließlich am aufgedruckten Verfallsdatum. Dieses gilt jedoch nur für ungeöffnete Packungen. Sobald eine Flasche erstmals geöffnet wird, beginnt eine neue Haltbarkeitsfrist. Diese sogenannte Anbruchfrist wird im Rahmen der Arzneimittelzulassung geprüft und ist in der Fach- und Gebrauchsinformation festgelegt. Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) weist darauf hin, dass Arzneimittel in Mehrdosenbehältnissen nach dem Öffnen nur für den geprüften Zeitraum verwendet werden sollten.

Gerade bei flüssigen Arzneimitteln können nach dem Öffnen Keime eingebracht werden oder sich die Stabilität der Inhaltsstoffe verändern.

Wie lange ist ein geöffneter Fiebersaft nun haltbar?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die Haltbarkeit nach dem Öffnen hängt vom jeweiligen Präparat ab. Viele Ibuprofen-Suspensionen dürfen nach Anbruch sechst bis zwölf Monate verwendet werden, während für einzelne Paracetamol-Suspensionen deutlich kürzere Anbruchfristen gelten können. Maßgeblich sind auschließlich die Angaben der jeweiligen Fach- und Gebrauchsinformation. Deshalb empfiehlt es sich: Das Öffnungsdatum direkt auf der Flasche zu notieren. So lässt sich beim nächsten Infekt sofort überprüfen, ob das Arzneimittel noch innerhalb der zulässigen Frist liegt.

In den Kühlschrank?

Hier machen viele Eltern einen Fehler: Aus Sorge um die Haltbarkeit wandert der Fiebersaft in den Kühlschrank. Für die meisten Paracetamol- und Ibuprofen-Säfte ist das jedoch nicht vorgesehen. Im Gegenteil: Die Fachinformationen empfehlen in der Regel eine Lagerung bei Raumtemperatur bis maximal 25 °C. Manche Präparate weisen sogar ausdrücklich darauf hin, dass sie nicht gekühlt oder eingefroren werden dürfen.

Das BASG rät ebenfalls davon ab, Medikamente grundsätzlich im Kühlschrank aufzubewahren. Niedrige Temperaturen können dazu führen, dass Bestandteile einer Suspension ausfallen oder sich die Konsistenz verändert. Das Arzneimittel sieht dann zwar oft noch unauffällig aus, seine Qualität kann jedoch beeinträchtigt sein. Eine Ausnahme bilden Arzneimittel, bei denen die Kühlung ausdrücklich vorgeschrieben ist, etwa bestimmte Antibiotika-Suspensionen nach dem Auflösen oder einige Biologika. Deshalb gilt: Nicht nach Gewohnheit handeln, sondern immer die Packungsbeilage lesen.

Schütteln?

Paracetamol- und Ibuprofen-Säfte liegen meist als Suspension vor. Das bedeutet, der Wirkstoff ist nicht vollständig gelöst, sondern verteilt sich in feinen Partikeln innerhalb der Flüssigkeit. Steht die Flasche längere Zeit, setzen sich diese Partikel am Boden ab. Wird der Saft vor der Anwendung nicht kräftig geschüttelt, kann die erste Dosis zu wenig Wirkstoff enthalten, während spätere Gaben entsprechend höher dosiert sind. Gerade bei Kleinkindern, deren Dosierung exakt nach Körpergewicht erfolgt, kann das zu Unter- oder Überdosierungen führen.

Wann sollte der Fiebersaft entsorgt werden

Nicht nur die Anbruchfrist entscheidet darüber, ob ein Arzneimittel noch verwendet werden darf. Folgende Veränderungen sprechen dafür, den Saft nicht mehr anzuwenden:

  • ungewöhnlicher Geruch
  • Farbveränderungen
  • Klümpchen oder Ausflockungen
  • deutlich veränderte Konsistenz
  • beschädigte oder undichte Flasche

Ein Detail, das im Alltag häufig vergessen wird: Nach jeder Anwendung sollte die Dosierspritze mit warmem Wasser gereinigt und vollständig getrocknet werden. Bleiben Arzneimittelreste zurück, können sie eintrocknen oder die Dosierung beim nächsten Gebrauch verfälschen. Außerdem sollte die mitgelieferte Spritze nur für das dazugehörige Arzneimittel verwendet werden, um Dosierfehler und Verwechslungen zu vermeiden.



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