Warum Lippen einen eigenen Sonnenschutz benötigen


Sanja Agatic

Symbolbild: Lippenpflegestift
Die empfindliche Lippenhaut reagiert besonders anfällig auf UV-Strahlung und benötigt daher einen eigenen Sonnenschutz.Foto:stock.adobe.com/lantapix

Beim Eincremen des Gesichts werden die Lippen häufig vergessen, dabei gehören sie zu den empfindlichsten Hautbereichen des Körpers. Ihre dünne Hornschicht und der geringe Melaningehalt bieten weniger natürlichen Schutz gegen die UV-Strahlung . Dadurch steigt nicht nur das Risiko für einen Sonnenbrand sondern langfristig auch für chronische UV-Schäden.

Die Zusammensetzung der Lippen unterscheidet sich deutlich von der übrigen Gesichtshaut. Ihre Hornschicht ist wesentlich dünner, sie enthalten nur wenig Melanin und besitzen weder Talg- noch Schweißdrüsen. Dadurch trocknen sie schneller aus und sind UV-Strahlung nahezu schutzlos ausgesetzt.

UVB-Strahlen können DNA-Schäden in den Hautzellen verursachen, während UVA-Strahlen die Bildung freier Radikale fördern kann. Der Körper kann viele dieser Schäden reparieren, wiederholte UV-Belastung erhöht jedoch das Risiko bleibender Zellveränderungen. Kurzfristig kann sich die Reaktion durch Rötung, Schwellung, Brennen und Bläschen zeigen. Gerade Letztere können leicht mit Lippenherpes verwechselt werden: Während Herpesbläschen durch eine Reaktivierung von Herpes-simplex-Viren entstehen, sind Bläschen bei einem Sonnenbrand Folge der akuten UV-bedingten Hautschädigung.

Chronische UV-Schäden

Bleiben die Lippen über Jahre ungeschützt, kann sich eine aktinische Cheilitis entwickeln, eine chronische UV-Schädigung der Lippen, die als Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms gilt. Typisch sind dauerhafte raue, schuppige oder verhärtete Stellen, kleine Einrisse oder eine unscharf werdende Lippenkontur. Solche Veränderungen sollten dermatologisch abgeklärt werden.

Lippen-Sonnenschutz

Viele Lippenpflegestifte schützen lediglich vor einem Feuchtigkeitsverlust. Enthalten sie keine UV-Filter, verhindern sie weder einen Sonnenbrand noch UV-bedingte Zellschäden. Dermatologische Fachgesellschaften empfehlen deshalb Lippenpflege mit Breitbandschutz gegen UVA- und UVB-Strahlung sowie mindestens Lichtschutzfaktor 30, bei intensiver Sonneneinstrahlung besser 50+. Ebenso wichtig ist das regelmäßige Nachtragen. Essen, Trinken oder Lippenlecken entfernen den Schutzfilm rasch. Besonders am Wasser, im Gebirge oder längeren Aufenthalten im Freien steigt die UV-Belastung zusätzlich durch reflektierte Sonnenstrahlung.

Während Gesicht und Körper bei Kindern meist sorgfältig vor der Sonne geschützt werden, geraten die Lippen leicht in Vergessenheit. Aufgrund ihrer empfindlichen Lippenhaut und der häufigen Aufenthalte im Freien sollten auch sie einen Lippenpflegestift mit UV-Schutz verwenden.

Nach spätestens drei Wochen abklären lassen

Heilen schuppige, verkrustete oder blutende Stellen nicht innerhalb von zwei bis drei Wochen ab, sollten sie ärztlich untersucht werden. Ein Lippenpflegestift mit UV-Schutz schützt daher nicht nur vor schmerzhaften Sonnenbränden, sondern kann auch dazu beitragen, langfristige UV-Schäden der empfindlichen Lippenhaut zu vermeiden.



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