Wie funktionieren Alaunstifte?


Viktoria Anderle

Symbolbild: Hand, die einen natürlichen Mineral-Alaun-Kristall-Stift hält und diesen als Unterarm-Deodorant auf weißem Hintergrund verwendet.
Bei leichten Blutungen kann ein Alaunstift aufgrund seiner lokal gefäßverengenden Wirkung hilfreich sein.bonnontawat/AdobeStock_157563945

Schneidet Mann oder Frau sich beim Rasieren, kommt oft der Alaunstift zum Einsatz. Doch worauf beruht seine blutstillende Wirkung und was steckt chemisch gesehen eigentlich dahinter?

Alaun, auch Kalialaun genannt, ist chemisch gesehen Kaliumaluminiumsulfat-Dodecahydrat (KAl(SO₄)₂ x 12 H₂O). Alternativ wird die Verbindung auch als Aluminiumkaliumsulfat bezeichnet. Es handelt sich um eine Verbindung aus Aluminium-, Kalium- und Sulfationen sowie Kristallwasser. Alaun ist leicht in Wasser löslich und liegt als farblose kristalline Festsubstanz vor.

Wie wirkt der Alaunstift?

Hämostatika sind Arzneimittel, die Blutungen über verschiedene Mechanismen stillen. Wird dabei gezielt die Blutgerinnung gefördert, spricht man von Antihämorrhagika. Zu den lokal wirksamen blutstillenden Stoffen zählen auch Metallsalze mit denaturierender Wirkung, hierzu gehört Alaun.

Die adstringierenden, blutstillenden und antiseptischen Eigenschaften werden großteils dem enthaltenen Aluminium zugeschrieben. Wird nach dem Befeuchten der Alaun-Rasierstift auf die Haut aufgetragen, so zieht sich das Gewebe lokal zusammen. Alaun wirkt damit als lokales Adstringens und als Hämostyptikum (Hämostatikum).

Durch diese Gewebeschrumpfung können kleine Blutungen rascher gestillt werden: Weil sich kleine Gefäße verengen und Blutplättchen die verletzte Stelle rascher abdichten können, wird der Wundverschluss erleichtert. Genau diesen Effekt macht man sich nach kleinen Schnittverletzungen bei der Rasur zunutze.

Anwendung vor allem nach kleinen Rasurverletzungen

Typischerweise wird Alaun in Form von Rasierstiften oder Rasiersteinen verwendet. Gedacht ist er vor allem für kleine, oberflächliche Schnittverletzungen nach der Rasur. Für größere oder stark blutende Wunden ist ein Alaunstift hingegen nicht geeignet.

Weitere Einsatzgebiete

Weitere Anwendung findet Alaun auch in Deodorants oder als Deokristalle, wo es die geruchsbildenden Bakterien reduzieren soll. Obsolet ist hingegen die frühere innerliche Anwendung etwa bei Diarrhö oder Darmblutungen.

Darüber hinaus ist Alaun auch als Lebensmittelzusatzstoff E 522 bekannt. Eingesetzt wurde es etwa als Festigungs- und Fällungsmittel, zum Beispiel zur Vorbehandlung von Eiklar vor dem Erhitzen, zur Festigung essbarer Kunstdärme, zur Behandlung von glasiertem Obst und Gemüse oder zur Herstellung von Farblacken. Auch in der Trinkwasseraufbereitung kam Alaun zum Einsatz, um die Klärung zu beschleunigen.

Ist Alaun gesundheitlich problematisch?

Aluminiumverbindungen werden seit Jahren kritisch diskutiert. So stehen sie unter anderem im Verdacht, neurotoxische Wirkungen zu haben. Auch ein möglicher Zusammenhang mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer wird immer wieder thematisiert. Ein eindeutiger Beleg für einen ursächlichen Zusammenhang besteht allerdings nicht.

Kritisch gesehen wird vor allem, dass Aluminiumverbindungen unter bestimmten Bedingungen besser aufgenommen werden könnten. Im „Lexikon der Zusatzstoffe“ wird etwa darauf hingewiesen, dass eine Aufnahme im Darm in Gegenwart von Citronensäure (E 330), Glutamat (E 620) oder Maltol (E 636) erleichtert werden könnte. Aus diesem Grund gelten Aluminiumverbindungen heute als Zusatzstoffe in Lebensmitteln als unerwünscht.



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