Ein früher Beginn einer Statintherapie nach der Diagnose eines Typ-2-Diabetes könnte mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden sein. Darauf weist eine landesweite Beobachtungsstudie aus Dänemark mit mehr als 132.000 Menschen hin. Besonders deutlich war der Zusammenhang, wenn die Behandlung innerhalb des ersten Jahres nach der Diabetesdiagnose begonnen wurde.
Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens an Demenz zu erkranken. Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren zählt unter anderem ein erhöhter Spiegel des Low-Density-Lipoprotein-Cholesterins (LDL-Cholesterin). Ein dänisches Forschungsteam untersuchte daher, ob der Zeitpunkt des Beginns einer Statintherapie nach einer neu diagnostizierten Typ-2-Diabetes-Erkrankung mit dem späteren Demenzrisiko zusammenhängt.
Mehr als 132.000 Menschen untersucht
Für die landesweite Beobachtungsstudie wurden Gesundheitsregister aus Dänemark ausgewertet. Eingeschlossen waren 132.585 Personen, bei denen zwischen 2006 und 2019 ein Typ-2-Diabetes diagnostiziert worden war und die zuvor keine Statine eingenommen hatten.
Die Forschenden unterschieden drei Gruppen: Personen ohne Statintherapie innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Diagnose (Kontrollgruppe), Personen mit einem späteren Therapiebeginn nach ein bis fünf Jahren sowie Personen, die innerhalb des ersten Jahres nach der Diabetesdiagnose mit der Behandlung begonnen hatten.
Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 7,1 Jahre. Insgesamt entwickelten 3.592 Personen eine Demenz, das entspricht 2,7 Prozent der untersuchten Population. Als primärer Endpunkt wurde das geschätzte Demenzrisiko innerhalb von zehn Jahren herangezogen.
Früher Therapiebeginn mit niedrigstem Risiko verbunden
Bei Personen ohne Statintherapie lag das geschätzte absolute Demenzrisiko nach zehn Jahren bei 3,9 Prozent. Wurde die Statintherapie innerhalb des ersten Jahres nach der Diabetesdiagnose begonnen, lag es bei 3,3 Prozent. Bei einem späteren Therapiebeginn zwischen einem und fünf Jahren betrug es 3,5 Prozent.
Im Vergleich zu Personen ohne Statintherapie war ein früher Therapiebeginn mit einem um 15 Prozent niedrigeren relativen Demenzrisiko verbunden. Bei einem späteren Beginn lag das relative Risiko um 10 Prozent niedriger. Die absolute Risikodifferenz betrug 0,6 Prozentpunkte bei frühem und 0,4 Prozentpunkte bei späterem Therapiebeginn.
Auch bei getrennter Betrachtung von Frauen und Männern zeigte sich der niedrigste Wert jeweils bei frühem Statinbeginn. Ein besonders klares Muster zeigte sich für vaskulär bedingte Demenzformen, während für Alzheimer-Demenz kein vergleichbar eindeutiger Zusammenhang festgestellt wurde.
Beobachtungsstudie erlaubt keine Kausalaussage
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass ein früher Beginn einer Statintherapie nach einer Typ-2-Diabetes-Diagnose mit einem niedrigeren Demenzrisiko verbunden sein könnte. Da es sich jedoch um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich daraus nicht ableiten, dass die Statintherapie selbst die Ursache für die Risikoreduktion ist. Die Forschenden betonen daher, dass randomisierte klinische Studien notwendig sind, um zu klären, ob ein früher Statinbeginn das Demenzrisiko tatsächlich senken kann.
Die Studie „Association between timing of statin treatment after diabetes diagnosis and risk of dementia: a nationwide observational study“ wurde im Fachjournal The Lancet Regional Health – Europe veröffentlicht.
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