Trockene oder fettige Schuppen?


Sanja Agatic

Symbolbild: Nahaufnahme von einem Kopf mit Schuppen in den Haaren.
Trockene und fettige Schuppen sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, unterscheiden sich jedoch in Ursache, Erscheinungsbild und Pflegebedarf. Foto:stock.adobe.com/lavizzara

Weiße Schuppen auf den Schultern werden oft als kosmetisches Problem abgetan. Doch hinter dem gleichen Symptom können völlig unterschiedliche Ursachen stecken. Wer trockene und fettige Schuppen verwechselt, greift häufig zum falschen Shampoo und verschlimmert das Problem mitunter sogar.

Kundinnen und Kunden beschreiben Schuppen häufig pauschal als „trockene Kopfhaut“. Tatsächlich unterscheidet die Dermatologie zwischen trockene Schuppen und fettigen Schuppen, die meist im Zusammenhang mit einer seborrhoischen Dermatitis stehen. Obwohl beide Formen durch eine verstärkte Abschuppung der Kopfhaut gekennzeichnet sind, unterscheiden sie sich deutlich in Ursache, Erscheinungsbild und Pflegeansatz.

Trockene Schuppen

Trockene Schuppen entstehen häufig durch eine gestörte Hautbarriere. Die Kopfhaut verliert vermehrt Feuchtigkeit, die oberste Hautzellen lösen sich schneller ab und werden als feine, trockene Schuppen sichtbar. Typische Auslöser sind:

  • Häufiges Haarewaschen
  • Aggressive Tenside
  • Heißes Föhnen
  • Trockene Heizungsluft
  • UV-Strahlung
  • Empfindliche oder atopische Haut

Die Schuppen sind meist klein, weiß und rieseln leicht aus dem Haar. Die Kopfhaut fühlt sich oft gespannt an und kann jucken wirkt jedoch nicht fettig. Fachkosmetisch stehen hier barrierestärkende und feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe im Vordergrund. Bewährt haben sich unter anderem Glycerin, Panthenol, Urea in niedriger Konzentration, Betaine oder hautidentische Lipide. Ziel ist es, den Wasserverlust der Kopfhaut zu reduzieren und die Barrierefunktion zu stabilisieren.

Fettige Schuppen

Fettige Schuppen haben eine andere Ursache. Sie entstehen bevorzugt auf talgreichen Kopfhäuten und stehen häufig mit einer seborrhoischen Dermatitis in Verbindung. Dabei spielt die Hefe Malassezia eine zentrale Rolle. Der Mikroorganismus gehört zur natürlichen Hautflora, nutzt jedoch Talg als Nahrungsquelle und kann bei entsprechender Veranlagung Entzündungsreaktionen fördern. Die Folge sind größere, gelbliche und oft fettig wirkende Schuppen, die an der Kopfhaut haften bleiben. Zusätzlich treten häufig Juckreiz, Rötungen und ein öliges Hautgefühl auf. In ausgeprägten Fällen finden sich Veränderungen auch an den Augenbrauen, hinter den Ohren oder entlang der Nasenfalten.

Aktuelle Untersuchungen zeigen zudem, dass fettige Schuppen mit Veränderungen des Kopfhaut-Mikrobioms verbunden sind. Dabei findet sich unter anderem eine erhöhte Besiedlung mit bestimmten Malassezia-Arten sowie Verschiebung im bakteriellen Gleichgewicht der Kopfhaut.

Ein häufiger Fehler besteht darin, jede Form von Schuppen als Trockenheitsproblem zu behandeln. Während trockene Kopfhaut von rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Produkten profitieren kann, verschlechtern Haaröle oder stark okklusive Pflegeprodukte fettige Schuppen häufig zusätzlich.

Bei seborrhoischen Schuppen stehen daher andere Wirkstoffe im Fokus. Bewährt haben sich unter anderem der antimykotische Wirkstoff Ketoconazol, Pirocton Olamin, Selendisulfid oder Zinkpyrithion-Alternativen, die das Wachstum von Malassezia regulieren und Entzündungen reduzieren können.



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