Mursch-Edlmayr ist BUKO-Präsidentin


Redaktion

Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr wurde einstimmig zur ersten Präsidentin der Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs gewählt.Christian-Husar

Mit Mag.pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr steht erstmals eine Frau an der Spitze der Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs (BUKO). Die Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer wurde am 10. Juni einstimmig zur Präsidentin der Interessenvertretung gewählt und vertritt damit künftig die Anliegen von rund 91.500 Freiberuflerinnen und Freiberuflern sowie rund 200.000 Beschäftigten aus neun Berufskammern.

Die Bundeskonferenz der Freien Berufe vereint unter anderem Apotheker:innen, Ärzt:innen, Notar:innen, Rechtsanwält:innen, Steuerberater:innen, Wirtschaftsprüfer:innen, Tierärzt:innen, Zahnärzt:innen sowiel Ziviltechniker:innen. Für die neue Präsidentin steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: Die Expertise der Freien Berufe soll künftig stärker in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden. „Die Freien Berufe bilden Österreichs resilienteste gesellschaftliche Struktur. Wir verbinden fachliche Tiefe mit unternehmerischer Eigenverantwortung und akademischer Expertise mit gelebter Bürgernähe“, betont Mursch-Edlmayr.

Freie Berufe fordern stärkere Einbindung

Nach Ansicht der BUKO werde das Potenzial der Freien Berufe in politischen Reform- und Gesetzgebungsprozessen bislang nicht ausreichend genutzt. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten seien Fachwissen, praktische Erfahrung und die unmittelbare Nähe zu den Menschen wichtige Ressourcen. Mursch-Edlmayr verweist darauf, dass Freiberuflerinnen und Freiberufler täglich direkten Kontakt zu mehr als einer Million Menschen haben, sei es in Apotheken, Arztordinationen, Kanzleien, Notariaten oder Planungsbüros.

„Kein anderer Systempartner ist so nah an den echten Bedürfnissen der Menschen wie die Freien Berufe“ sagt die neue BUKO-Präsidentin. Wer die Bundekonferenz nicht konsequent in Reform- und Gesetzgebungsprozesse einbinde, „verschwendet das wertvollste Expertenwissen, das Österreich zur Verfügung steht“. Die BUKO fordert deshalb eine strukturell stärkere Verankerung als Partnerin bei politischen Reformvorhaben und Gesetzgebungsverfahren.

Digitale Souveränität als Zukunftsthema

Neben klassischen standespolitschen Themen stellt die neue Präsidentin auch die digitale Zukunft Österreichs in den Fokus. Aus der Sicht der BUKO müsse Österreich seine digitale Infrastruktur unabhängiger gestalten und eigene Kompetenzen stärken. „Österreich braucht keine importierte Resilienz, es braucht eigene Rechenzentren, eigene KI-Modelle und somit eine souveräne digitale Infrastruktur“, erklärt Mursch-Edlmayr.

Besonders bei sensiblen Daten sehen die Freien Berufe eine besondere Verantworung. Gesundheitsdaten, Rechtsakten oder Unternehmensinformationen würden täglich von Angehörigen freier Berufe verwaltet. Daraus leite sich nicht nur eine Verpflichtung zu Compliance und Datenschutz ab, sondern auch ein Anspruch auf aktive Mitgestaltung der digitalen Entwicklung des Landes.

Erste Frau an der Spitze der BUKO

Für Ulrike Mursch-Edlmayr bedeutet die Wahl einen weiteren Meilenstein ihrer langjährigen standespolitischen Laufbahn. Mit ihrer Wahl übernimmt erstmals seit der Gründung der Bundeskonferenz im Jahr 1960 eine Frau deren Präsidentschaft. Die neue Funktion will sie nutzen, um die Rolle der Freien Berufe als fachliche Stimme in gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und digitalen Zukunftsfragen weiter auszubauen.

OTS



Newsletter

Bleiben Sie stets informiert!