Ein kurzes Flattern am Auge kennt fast jeder. Doch mitunter kehrt das Zucken über Tage immer wieder zurück. Schnell fällt der Verdacht auf einen Magnesiummangel. Häufig handelt es sich jedoch um eine Lidmyokymie. Sie ist ein unwillkürliches Zucken der Augenlidmuskulatur und wird etwa durch Schlafmangel, Stress oder zu viel Koffein begünstigt.
Es beginnt oft unscheinbar. Das Unterlid flattert einige Sekunden, hört wieder auf und meldet sich Stunden später erneut. Von außen ist die Bewegung manchmal kaum zu erkennen, für Betroffene fühlt sie sich dagegen erstaunlich präsent an. Medizinisch wird diese feine, unwillkürliche Muskelspiel als Lidmyokymie bezeichnet. Typischerweise betrifft es nur eine Seite, besonders häufig das Unterlid. Eine einzelne Episode ist kurz, die Neigung dazu kann sich allerdings über Tage oder sogar Wochen halten.
Kaffee und kurze Nächte
Einen einzigen Auslöser gibt es häufig nicht. Bekannt ist jedoch, dass Müdigkeit, Stress und größere Mengen Koffein das Auftreten begünstigen. Auch Alkohol und Nikotin werden als möglicher Trigger beschrieben. Damit erklärt sich auch, warum das Flattern ausgerechnet in anstrengenden Phasen hartnäckig werden kann. Wenig Schlaf, lange Tage vor dem Bildschirm und mehrere Tassen Kaffee treffen aufeinander.
Hilft der schnelle Griff zu Magnesium?
Kaum zuckt das Auge, wird häufig Magnesium empfohlen. Ganz aus der Luft gegriffen ist die Verbindung zwischen Mineralstoff und Muskulatur nicht. Magnesium ist an der normalen Nerven- und Muskelfunktion beteiligt, ein ausgeprägter Mangel kann unter anderem Krämpfe und neuromuskuläre Beschwerden verursachen. Ein isoliert flatterndes Augenlied ist jedoch kein zuverlässiges Zeichen für einen Magnesiummangel. Aus dem Symptom allein lässt sich weder ein Defizit ableiten noch eine gezielte Einnahme begründen.
Die Dauer verunsichert
Gerade die Dauer verunsichert viele Betroffene. Doch mehrere Tage bedeuten nicht zwangsläufig, dass etwas Ernstes dahintersteckt. Typisch ist ein schubweiser Verlauf: Stundenlang bleibt das Auge ruhig, anschließend beginnt das Flattern erneut.
Nicht jede unwillkürliche Bewegung rund ums Auge ist gleich ausgeprägt. Bei einer klassischen Lidmyokymie bleiben die Kontraktionen fein und örtlich begrenzt. Schließt sich das Auge dagegen durch kräftige Krämpfe wiederholt vollständig, muss unter anderem an einen Blepharospasmus gedacht werden. Dabei handelt es sich um unwillkürliche, wiederkehrende Krämpfe der Augenlidmuskulatur. Wandern die Bewegungen auf Wange, Mundwinkel oder andere Muskeln derselben Gesichtshälfte, kommt ein Hemispasmus facialis als mögliche Ursache infrage. Darunter versteht man unwillkürliche Krämpfe der Muskulatur einer Gesichtshälfte. Solche Veränderungen sollten ärztlich abgeklärt werden.
Wann gehört das Flattern abgeklärt?
Einige Tage feines Flattern ohne weitere Beschwerden sind meist unproblematisch. Hält es über mehrere Wochen an, nimmt deutlich zu oder erfasst weitere Bereiche des Gesichts, sollte die Ursache untersucht werden. Auch ein plötzlich hängendes Augenlid, Sehstörungen, Muskelschwäche, Gefühlsstörungen oder andere neurologische Auffälligkeiten passen nicht zum gewöhnlichen Bild einer Lidmyokymie und gehören abgeklärt.
