Nicht nur zu wenig, sondern auch zu viel Schlaf könnte mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden sein. Eine Metaanalyse von 73 Beobachtungsstudien zeigt zudem Zusammenhänge mit schlechter Schlafqualität, einem Abend-Chronotyp und längeren Nickerchen. Das geringste Risiko zeigte sich bei sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht.
Schlaf spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit, offenbar auch für den Stoffwechsel. Forschende aus China untersuchten in einem systematischen Review mit Metaanalyse, wie verschiedene Schlafmerkmale mit dem Risiko für Typ-2-Diabetes zusammenhängen. Berücksichtigt wurden neben der nächtlichen Schlafdauer auch die Schlafqualität, der Chronotyp und Tagesschlaf.
In die Auswertung flossen 73 Beobachtungsstudien ein, die bis zum 1. Oktober 2024 über PubMed, Embase, Web of Science und Scopus identifiziert worden waren.
Sieben bis acht Stunden am günstigsten
Dabei zeigte sich ein U-förmiger Zusammenhang zwischen der Schlafdauer und dem Diabetesrisiko. Sowohl weniger als sieben Stunden als auch mehr als acht Stunden Schlaf pro Nacht waren mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Typ-2-Diabetes verbunden.
Bei einer Schlafdauer von weniger als sieben Stunden zeigte sich eine Odds Ratio von 1,18. Bei mehr als acht Stunden Schlaf lag die Odds Ratio (OR) bei 1,13. Das geringste Diabetesrisiko beobachteten die Forschenden bei einer nächtlichen Schlafdauer zwischen sieben und acht Stunden.
Noch deutlicher war der Zusammenhang bei schlechter Schlafqualität. Diese war mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Typ-2-Diabetes assoziiert (OR: 1,50). Auch bei Menschen mit einem Abend-Chronotyp zeigte sich ein entsprechender Zusammenhang (OR: 1,59).
Auch längere Nickerchen (daytime napping) könnten eine Rolle spielen. Ein Tagesschlaf von mehr als 30 Minuten war den ausgewerteten Daten zufolge mit einem um sieben bis 20 Prozent erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden.
Schlafmerkmale können zusammenwirken
Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang, wenn mehrere ungünstige Schlafmerkmale zusammentrafen. Bei Menschen mit schlechter Schlafqualität und einer nächtlichen Schlafdauer von mehr als acht Stunden zeigte sich eine OR von 2,15.
Die einzelnen Schlafmerkmale könnten sich demnach gegenseitig ungünstig beeinflussen. Die Ergebnisse sprechen dafür, bei der metabolischen Gesundheit nicht nur die Schlafdauer, sondern auch Schlafqualität, Schlafrhythmus und Tagesschlaf zu berücksichtigen. Da es sich um eine Auswertung von Beobachtungsstudien handelt, lässt sich aus den Ergebnissen allerdings kein ursächlicher Zusammenhang ableiten.
Das Paper wurde unter dem Titel „Sleep features and the risk of type 2 diabetes mellitus: a systematic review and meta-analysis“ im Fachjournal Annals of Medicine veröffentlicht.
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